Isst man Pizza mit der Hand oder mit Besteck?
Kurze Antwort
Beides ist völlig normal. Pizza wird weltweit oft mit der Hand gegessen, vor allem lockere oder knusprige Varianten. In Restaurants oder bei sehr weicher Pizza greifen viele Menschen dagegen zu Messer und Gabel. Eine feste Regel gibt es nicht.
Eigentlich verrückt: Kaum ein Essen sorgt für so viele Diskussionen wie Pizza. Manche finden Besteck bei Pizza fast schon beleidigend. Andere verstehen nicht, warum man sich beim Essen die Finger verbrennen oder die Kleidung mit Tomatensoße ruinieren sollte.
Warum Menschen bei Pizza plötzlich unsicher werden
Die eigentliche Frage lautet oft gar nicht:
„Wie isst man Pizza?“
Sondern eher:
„Wirke ich gerade komisch?“
Genau das macht das Thema spannend. Essen ist nicht nur praktisch. Es ist auch sozial.
Bei Pizza treffen plötzlich unterschiedliche Erwartungen aufeinander:
- locker essen oder höflich wirken
- italienische Tradition oder Alltag
- Fast Food oder Restaurant
- praktisch oder elegant
Und genau deshalb denken viele Menschen mehr darüber nach, als sie eigentlich müssten.
Warum Pizza ursprünglich mit der Hand gegessen wurde
Pizza war ursprünglich einfaches Straßenessen.
Vor allem in Neapel wurde sie schnell, heiß und direkt gegessen. Oft sogar zusammengefaltet. Besteck spielte dabei kaum eine Rolle.
Das überrascht viele, weil Pizza heute oft als Restaurant-Essen wahrgenommen wird.
Tatsächlich gehört das Essen mit der Hand für viele Menschen bis heute zum typischen Pizza-Erlebnis dazu.
Warum viele Restaurants trotzdem Besteck servieren
Moderne Pizzen haben oft wenig mit der ursprünglichen Straßenpizza gemeinsam.
Viele Varianten sind:
- extrem dünn und weich
- sehr heiß
- stark belegt
- mit viel Käse oder Öl bedeckt
Vor allem neapolitanische Pizza wird in der Mitte oft so weich, dass sie beim Hochheben einknickt.
Genau deshalb essen sogar viele Italiener Pizza zunächst mit Messer und Gabel.
Besonders in Restaurants ist das völlig normal.
Ist Pizza mit Besteck unhöflich?
Nein.
Es gibt keine allgemeine Benimmregel, die Pizza mit Messer und Gabel verbietet.
Das Bild von der „echten Pizza“, die nur mit der Hand gegessen werden darf, stammt eher aus Klischees und Internetdiskussionen.
In vielen italienischen Restaurants wird Pizza sogar standardmäßig mit Besteck serviert.
Oft schneiden Menschen ihre Pizza zuerst in Stücke und essen kleinere Stücke anschließend mit der Hand.
Warum Menschen andere beim Pizzaessen trotzdem bewerten
Pizza wirkt für viele emotional.
Wer Pizza mit der Hand isst, wirkt oft lockerer und spontaner.
Wer Messer und Gabel benutzt, wirkt auf manche kontrollierter oder vorsichtiger.
Eigentlich verrückt: Obwohl beide Varianten völlig normal sind, entwickeln Menschen dabei oft überraschend starke Meinungen.
Genau deshalb entstehen online regelmäßig Diskussionen darüber.
Wie Italiener Pizza wirklich essen
Viele denken:
„In Italien würde niemals jemand Pizza mit Besteck essen.“
Das stimmt so nicht.
Vor allem in Pizzerien wird Pizza dort häufig zunächst mit Messer und Gabel geschnitten.
Manche essen danach einzelne Stücke mit der Hand. Andere bleiben komplett beim Besteck.
Entscheidend ist meist einfach die Art der Pizza.
Wann Pizza mit der Hand praktischer ist
Besonders gut funktioniert das bei:
- knuspriger Pizza
- dickem Boden
- kleineren Stücken
- Streetfood-Pizza
- Take-away-Pizza
Hier ist Essen mit der Hand oft einfacher und angenehmer.
Wann Messer und Gabel sinnvoll sind
Besteck ist oft praktischer bei:
- sehr heißer Pizza
- weicher neapolitanischer Pizza
- viel Belag
- Restaurantbesuchen
- geschäftlichen oder formellen Situationen
Niemand wirkt dadurch automatisch unhöflich.
Fun Fact
Viele neapolitanische Pizzen sind absichtlich weich. Der Teig soll innen luftig bleiben und nicht komplett knusprig werden. Genau deshalb lassen sich manche originale Pizzen deutlich schlechter mit der Hand essen als Tiefkühlpizza oder amerikanische Varianten.
FAQ
Wie isst man Pizza richtig?
Es gibt kein allgemeines richtig oder falsch. Viele Menschen essen Pizza mit der Hand, andere mit Messer und Gabel. Beides ist normal.
Ist Pizza mit Besteck unhöflich?
Nein. Vor allem in Restaurants ist das völlig akzeptiert.
Essen Italiener Pizza mit der Hand?
Oft ja, aber nicht ausschließlich. Viele schneiden Pizza zuerst mit Messer und Gabel.
Warum ist neapolitanische Pizza oft so weich?
Der Teig wird absichtlich luftig und weich gebacken. Dadurch entsteht der typische Stil, der sich oft schwieriger mit der Hand essen lässt.
Warum diskutieren Menschen so stark über Pizza-Etikette?
Weil Essen stark mit Kultur, Gewohnheiten und sozialen Erwartungen verbunden ist.
Die eigentliche Regel: Die Situation entscheidet
Pizza darf mit der Hand und mit Messer und Gabel gegessen werden. Keine der beiden Methoden ist grundsätzlich „falsch italienisch“. Entscheidend sind Form und Konsistenz der Pizza, der Ort, die Sauberkeit der Hände und die Frage, ob man andere Menschen beeinträchtigt.
Eine feste römische pizza al taglio, ein einzelnes Stück New-York-Style-Pizza oder eine neapolitanische pizza a portafoglio sind für die Hand gemacht. Eine frisch servierte, sehr weiche neapolitanische Pizza auf einem Teller lässt sich anfangs oft leichter mit Besteck teilen. Viele Menschen schneiden ein Stück ab und essen es anschließend mit der Hand. Diese Mischform ist weder ein Etikettebruch noch ein kultureller Widerspruch.
Warum neapolitanische Pizza in der Mitte so weich ist
Eine Pizza Napoletana besitzt typischerweise einen luftigen, aufgegangenen Rand und eine dünne, weiche Mitte. Nach den Regeln der Associazione Verace Pizza Napoletana wird der Teigling von Hand ausgebreitet und sehr kurz bei hoher Temperatur gebacken. Die kurze Backzeit lässt den Rand stark aufgehen, während die belegte Mitte biegsam und saftig bleibt.
Tomatensoße, Mozzarella, Öl und austretende Flüssigkeit erhöhen das Gewicht. Hebt man ein großes Stück waagerecht an der Kruste hoch, kann die Spitze nach unten hängen und der Belag rutschen. Das ist kein Zeichen einer schlecht gebackenen Pizza, sondern kann zum Stil gehören.
Im Restaurant ist es daher praktisch, die ganze Pizza zunächst mit Messer und Gabel zu portionieren. Ein kleineres Stück lässt sich falten oder am Rand halten. Wer die Pizza komplett mit Besteck isst, macht ebenfalls nichts falsch.
Pizza a portafoglio: Pizza ausdrücklich für die Hand
In Neapel gibt es eine traditionsreiche Gegenprobe zur Behauptung, echte Italiener äßen Pizza ausschließlich mit Besteck: die pizza a portafoglio, wörtlich „Brieftaschenpizza“. Eine kleinere Pizza wird mehrfach so gefaltet, dass sie kompakt in Papier gehalten und unterwegs gegessen werden kann.
Das offizielle italienische Tourismusportal Italia.it beschreibt sie ausdrücklich als Take-away-Pizza, die gefaltet und verzehrfertig für den Spaziergang serviert wird. Hier wäre Messer und Gabel nicht nur unnötig, sondern würde den Zweck des Gerichts verfehlen.
Die Faltung hält Soße und Belag besser zusammen und schützt die Hand teilweise vor Fett und Hitze. Trotzdem sollte man vorsichtig hineinbeißen: Im Inneren kann die Pizza deutlich heißer sein, als die äußere Teigschicht vermuten lässt.
Pizza al taglio: Stücke aus dem Blech
Pizza al taglio wird häufig in großen rechteckigen Blechen gebacken, nach Wunsch abgeschnitten und nach Gewicht verkauft. Der Boden ist meist stabiler als bei einer neapolitanischen Tellerpizza. Das Stück wird oft auf Papier gelegt und direkt mit der Hand gegessen.
In Rom und anderen italienischen Städten ist diese Form alltäglicher Imbiss. Je nach Belag kann das Stück zusammengeklappt werden. Sehr reich belegte oder frisch aufgebackene Stücke isst man langsamer, damit nichts herunterfällt.
Warum amerikanische Pizza oft anders gehalten wird
Bei einer großen New-York-Style-Pizza ist ein einzelnes Dreieck häufig lang und flexibel. Viele falten es längs in der Mitte. Dadurch entsteht eine stabilere Rinne, die Spitze hängt weniger und Öl oder Käse laufen nicht so leicht seitlich herunter.
Chicago Deep Dish ähnelt dagegen eher einem tiefen, gefüllten Kuchen. Sie besitzt eine hohe Kante und viel Soße und Käse. Diese Pizza wird üblicherweise mit Besteck gegessen. Das Beispiel zeigt: Eine universelle Handregel kann schon deshalb nicht funktionieren, weil „Pizza“ sehr unterschiedliche Bauformen umfasst.
Was gilt im Restaurant?
In einem normalen Restaurant darf man sich an der Beschaffenheit der Pizza und am Stil des Hauses orientieren. Wird eine ungeschnittene Pizza auf einem Teller mit Messer und Gabel serviert, ist es naheliegend, sie zunächst selbst zu schneiden. Daraus folgt aber nicht zwingend, dass jedes Stück bis zum letzten Bissen auf der Gabel bleiben muss.
In einem formellen Geschäftsessen oder bei einem feierlichen Anlass wirkt Besteck oft ordentlicher. Man vermeidet fettige Finger, tropfende Soße und hektische Bewegungen. In einer lockeren Pizzeria, einem Biergarten oder zu Hause ist Essen mit der Hand meist völlig unauffällig.
Gute Tischmanieren zeigen sich weniger an der Wahl des Werkzeugs als am Verhalten:
- nicht mit vollem Mund sprechen,
- keinen Belag auf Tisch oder Kleidung anderer Personen fallen lassen,
- Servietten benutzen,
- die Pizza nicht mit benutztem Besteck anderer Personen berühren,
- bei gemeinsam geteilten Speisen saubere Hände und geeignetes Servierbesteck beachten.
So isst man eine weiche Pizza sauber mit der Hand
- Die Pizza kurz abkühlen lassen. Direkt aus dem Ofen können Käse und Tomate Verbrennungen verursachen.
- Mit Messer und Gabel ein nicht zu großes Dreieck abteilen.
- Das Stück am festen Rand greifen.
- Bei weichem Boden die beiden Seiten des Randes leicht zusammendrücken, sodass das Stück längs gefaltet wird.
- Die Spitze über dem Teller halten, bis überschüssige Soße oder Öl nicht mehr tropft.
- Von der Spitze zum Rand essen und bei Bedarf eine Serviette verwenden.
Zu starkes Zusammenrollen kann den Belag herausdrücken. Eine leichte U-Form genügt meist. Bei sehr flüssigem Belag bleibt Besteck die bessere Wahl.
So benutzt man Messer und Gabel sinnvoll
Die Gabel hält das Stück nahe der Schnittstelle fest, während das Messer mit kurzen Bewegungen durch Boden und Rand schneidet. Ein stumpfes Messer zerreißt einen elastischen Teig eher, als ihn zu teilen. In Pizzerien werden deshalb häufig gezahnte Messer angeboten.
Man schneidet am besten jeweils nur ein oder wenige Stücke ab. Wird die gesamte Pizza sofort in viele kleine Quadrate zerteilt, kühlt sie schneller aus und weicht stärker durch. Bei sehr heißem Belag kann das Portionieren jedoch helfen, Dampf entweichen zu lassen.
Die Gabel muss nicht wie ein Spieß senkrecht durch ein riesiges Stück gestochen werden. Ein mundgerechter Bissen lässt sich leichter kontrollieren und wirkt am Tisch ruhiger.
Ist es unhöflich, in Italien Pizza mit der Hand zu essen?
Nein, nicht pauschal. Italien besitzt regionale Traditionen, verschiedene Pizzaarten und unterschiedliche Esssituationen. Streetfood wie Pizza a portafoglio wird gerade mit der Hand gegessen. Auch ein bereits geteiltes Stück kann in einer Pizzeria mit der Hand genommen werden.
Die Vorstellung einer einzigen nationalen Regel entsteht oft durch Reiseführer, persönliche Beobachtungen oder vermeintliche Knigge-Gebote. Wer in einem bestimmten Restaurant unsicher ist, kann sich an der Servierweise und den anderen Gästen orientieren. Ein respektvolles, sauberes Verhalten ist wichtiger als die Nachahmung eines angeblich „echten Italieners“.
Warum wird Pizza in Italien oft ungeschnitten serviert?
Eine runde Pizza wird in vielen italienischen Pizzerien als persönliches Gericht serviert. Sie kommt ungeschnitten auf den Teller, damit der Gast die Größe der Stücke selbst bestimmt. Ein vorgeschnittener Boden kann außerdem schneller Flüssigkeit aufnehmen und auskühlen.
In Deutschland oder den USA sind vorgeschnittene Pizzen häufiger, besonders bei Lieferung und gemeinsamem Essen. Das ist eine Frage von Serviceform und Gewohnheit, kein Qualitätsbeweis.
Darf man den Rand liegen lassen?
Der Rand heißt bei neapolitanischer Pizza cornicione. Er ist ein wichtiger Teil des Teigs und sollte bei guter Zubereitung luftig, aromatisch und nicht verbrannt schmecken. Trotzdem muss niemand ihn aus Höflichkeit aufessen, wenn er satt ist oder der Rand nicht gefällt.
Lebensmittelverschwendung lässt sich vermeiden, indem man eine passende Größe bestellt, Reste einpacken lässt oder den Rand mit Soße beziehungsweise übrigem Belag isst. Eine starre moralische Regel ist daraus nicht abzuleiten.
Darf man Pizza teilen?
Ja, sofern die Beteiligten einverstanden sind. In manchen italienischen Pizzerien bestellt jede Person eine eigene runde Pizza; in anderen Situationen werden verschiedene Sorten zum Probieren geteilt. Bei großen Blech- oder Lieferpizzen ist das Teilen ohnehin üblich.
Hygienisch ist es besser, Stücke mit einem Pizzaschneider oder Servierbesteck zu verteilen, bevor alle zugreifen. Ein angebissenes Stück sollte nicht auf die gemeinsame Platte zurückgelegt werden.
Was gilt bei Kindern?
Kinder dürfen Pizza selbstverständlich mit der Hand essen. Erwachsene sollten jedoch auf Temperatur, Stückgröße und zähen Käse achten. Lange Käsefäden können sehr heiß sein, und harte Randstücke sind für kleine Kinder schwer zu kauen.
Kleine, abgekühlte Streifen oder mundgerechte Stücke sind sicherer. Besteck kann motorisch noch schwierig sein; das Essen mit der Hand ist dann keine schlechte Manier, sondern praktisch. Hände sollten vorher gewaschen werden.
Hygiene: Wann ist Besteck die bessere Wahl?
Nach Fahrten in öffentlichen Verkehrsmitteln, Arbeiten mit Schmutz oder Kontakt mit Tieren sollte man die Hände vor dem Essen gründlich waschen. Ist das nicht möglich, bietet Besteck einen gewissen Schutz, ersetzt aber keine grundlegende Handhygiene – schließlich berührt man auch Glas, Serviette und Tisch.
Bei Wunden oder Verbänden an den Fingern ist Besteck meist sinnvoller. Wer für andere Personen Pizza portioniert, sollte ebenfalls Servierbesteck verwenden und nicht mit den Händen über mehrere Stücke greifen.
Warum schmeckt Pizza mit der Hand manchmal anders?
Die Geschmacksknospen verändern sich nicht durch das Werkzeug. Das Esserlebnis umfasst aber mehr als Geschmack: Temperatur, Duft, Textur und Berührung beeinflussen die Wahrnehmung. Beim Halten spürt man Knusprigkeit und Elastizität und führt ein größeres Stück anders zum Mund als mit der Gabel.
Besteck kann dagegen die Portion besser kontrollieren und ermöglicht, Belag, Boden und Rand gezielt zu kombinieren. Welche Methode „besser schmeckt“, ist deshalb subjektiv und hängt von der Pizza ab.
Was tun, wenn der gesamte Belag herunterrutscht?
Zuerst sollte die Pizza etwas abkühlen. Direkt nach dem Backen sind Käse, Soße und Öl besonders flüssig. Ein zu großes Stück verstärkt das Problem. Man kann es mit Messer und Gabel halbieren oder den Boden unter der Spitze mit der Gabel kurz stützen.
Beim Essen mit der Hand hilft eine leichte Längsfaltung. Dabei hält der Rand die Form, während Daumen und Finger die Seiten zusammenführen. Die Spitze bleibt über dem Teller. Starkes Schütteln, senkrechtes Hochhalten oder das Abstreifen mit den Fingern macht die Situation eher unordentlicher.
Rutscht der Belag trotzdem ab, legt man das Stück auf den Teller zurück und benutzt Besteck. Etikette verlangt nicht, eine ungeeignete Technik demonstrativ fortzusetzen.
Pizza beim Date oder Geschäftsessen
Bei einem Date ist die entspanntere Methode meist die beste. Sehr tropfende Stücke, verbrannte Finger und hektisches Abbeißen lenken stärker ab als die Entscheidung für Besteck. Wer unsicher ist, schneidet kleine Stücke und wechselt später zur Hand.
Beim Geschäftsessen ist Messer und Gabel eine sichere Wahl, besonders wenn Unterlagen, Laptop oder helle Kleidung auf dem Tisch sind. In einer ausdrücklich lockeren Pizzeria darf man sich dennoch dem Stil der Runde anpassen. Niemand sollte die Essweise anderer kommentieren oder als kulturell minderwertig darstellen.
Wie isst man gemeinsam bestellte Pizza hygienisch?
Vor dem Zugreifen werden Hände gewaschen. Die Pizza sollte vollständig geschnitten sein, damit niemand mehrere Stücke anfassen muss. Jede Person nimmt ein Stück am Rand und legt es auf den eigenen Teller. Servierheber oder Zange sind bei sehr weichen Stücken hilfreich.
Wer ein Stück bereits berührt oder angebissen hat, legt es nicht zurück. Scharfe Öle, Parmesan und andere gemeinsame Zutaten werden mit dafür vorgesehenen Löffeln verteilt. So bleibt das Essen ungezwungen, ohne grundlegende Hygiene zu vernachlässigen.
Warum es keine weltweite Pizza-Etikette geben kann
Pizza wurde in zahllose Esskulturen übernommen und verändert. Sie erscheint als neapolitanische Einzelpizza, römischer Blechimbiss, amerikanisches Dreieck, tiefe Chicago-Pizza, türkisch oder levantinisch beeinflusste Variante und individuell belegtes Liefergericht. Größe, Teigdicke, Belag und Servierform unterscheiden sich zu stark für eine einzige Technik.
Etikette ist außerdem keine Naturregel. Sie hilft Menschen, in einer konkreten Gesellschaft rücksichtsvoll zusammen zu essen. Wo Streetfood üblich ist, ist die Hand angemessen. Wo ein mehrgängiges Menü formal serviert wird, ist Besteck naheliegend. Beides kann „richtig“ sein.
Welche Pizza passt zu welcher Methode?
| Pizzaart | Praktische Methode | Warum? |
|---|---|---|
| Pizza Napoletana auf dem Teller | Zunächst Besteck, Stück danach wahlweise Hand | Weiche, saftige Mitte lässt sich portioniert besser halten |
| Pizza a portafoglio | Hand | Wird bereits gefaltet als Streetfood serviert |
| Pizza al taglio | Hand | Stabileres, portionsweise verkauftes Stück |
| New York Style | Hand, oft längs gefaltet | Faltung stabilisiert das große flexible Dreieck |
| Chicago Deep Dish | Messer und Gabel | Hohe, schwere Füllung lässt sich kaum sauber halten |
| Tiefkühl- oder Lieferpizza | Beides | Bodenfestigkeit und Belag unterscheiden sich stark |
Häufige Etikette-Mythen
„In Italien ist Pizza mit der Hand verboten“
Falsch. Neapolitanische Streetfood-Formen werden ausdrücklich mit der Hand gegessen. Im Restaurant ist Besteck verbreitet, aber kein absolutes Gebot.
„Nur Touristen benutzen Messer und Gabel“
Falsch. Eine ganze weiche Pizza auf dem Teller mit Besteck zu portionieren ist praktisch und auch in Italien normal.
„Echte Pizza muss man falten“
Falsch. Falten hilft bei bestimmten weichen oder großen Stücken. Andere Pizzaarten sind fest, dick oder reich belegt und brauchen es nicht.
„Der Rand darf nie liegen bleiben“
Falsch. Der Rand gehört zum Gericht, aber niemand ist verpflichtet, über den eigenen Appetit hinaus zu essen.
„Besteck ist immer vornehmer“
Nicht automatisch. Bei Streetfood wäre Besteck unpraktisch. Gute Manieren richten sich nach Situation, Sauberkeit und Rücksichtnahme.
Fazit: So macht man es wirklich richtig
Im Restaurant schneidet man eine ganze, weiche Pizza zunächst bequem mit Messer und Gabel. Danach kann man kleine stabile Stücke am Rand greifen. Bei Pizza a portafoglio, Pizza al taglio und vielen Lieferstücken ist die Hand die natürliche Wahl. Tiefe, sehr weiche oder stark belegte Pizzen lassen sich mit Besteck sauberer essen.
Die wichtigste Regel lautet nicht „Hand“ oder „Gabel“, sondern: Wähle die Methode, mit der du die konkrete Pizza sauber, sicher und ohne Beeinträchtigung anderer essen kannst.
Quellen und weiterführende Informationen
- Italia.it: Pizza a portafoglio als neapolitanisches Streetfood
- Associazione Verace Pizza Napoletana: Grundregeln der echten neapolitanischen Pizza
- Treccani: Geschichte und Verbreitung der Pizza
Zusammenfassung
Pizza darf sowohl mit der Hand als auch mit Besteck gegessen werden. Die Entscheidung hängt meistens von der Art der Pizza, der Situation und persönlichen Vorlieben ab.
Viele moderne Restaurant-Pizzen sind so weich oder stark belegt, dass Besteck oft sogar die praktischere Lösung ist. Wer Pizza lieber mit der Hand isst, macht aber genauso wenig falsch.
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