Kurze Antwort
Die meisten ungeübten Menschen können ihre Luft etwa 30 Sekunden bis 2 Minuten anhalten. Trainierte Personen schaffen länger, professionelle Freitaucher mit Sicherheitsbegleitung teils mehrere Minuten.
Überraschend ist: Der starke Atemreiz entsteht oft nicht zuerst durch Sauerstoffmangel, sondern vor allem durch steigendes Kohlendioxid im Blut. Gefährlich wird Luftanhalten besonders unter Wasser, bei Hyperventilation oder wenn Schwindel, Benommenheit oder Kontrollverlust auftreten.
Wichtig: Bitte nicht als Challenge ausprobieren
Luftanhalten klingt harmlos, kann aber gefährlich werden – besonders im Wasser.
Man sollte Atemanhalte-Übungen niemals allein im Schwimmbad, See, Meer oder in der Badewanne machen. Eine plötzliche Bewusstlosigkeit unter Wasser kann zum Ertrinken führen.
Auch Hyperventilation vor dem Luftanhalten ist riskant. Sie kann den Atemreiz verzögern, während der Sauerstoff trotzdem weiter sinkt.
Warum kann man überhaupt nur begrenzt die Luft anhalten?
Wenn du die Luft anhältst, arbeitet dein Körper weiter.
Gehirn, Herz, Muskeln und Organe verbrauchen Sauerstoff. Gleichzeitig entsteht Kohlendioxid als Stoffwechselprodukt.
Mit jeder Sekunde ohne Atmen passiert also zweierlei:
- Der Sauerstoffgehalt sinkt langsam.
- Der Kohlendioxidgehalt steigt.
Der Körper überwacht diese Veränderungen sehr genau. Irgendwann wird der Atemreiz so stark, dass man kaum noch ruhig bleiben kann.
Warum fühlt sich Luftanhalten so unangenehm an?
Viele denken: „Ich muss atmen, weil mir sofort der Sauerstoff ausgeht.“
Ganz so einfach ist es nicht.
Der starke Drang zu atmen entsteht häufig vor allem durch Kohlendioxid. Wenn sich CO₂ im Blut ansammelt, meldet das Atemzentrum im Gehirn: Jetzt wird es Zeit zu atmen.
Deshalb können Druck im Brustkorb, Zwerchfellzucken, Unruhe oder Panik auftreten, obwohl noch Sauerstoff vorhanden ist.
Wie lange schaffen die meisten Menschen?
Die Spannweite ist groß.
- Ungeübte Erwachsene: häufig etwa 30 Sekunden bis 2 Minuten
- Ruhige, trainierte Personen: oft länger
- Freitaucher mit Training: mehrere Minuten möglich
- Bei Bewegung: meist deutlich kürzer
- Unter Wasser: deutlich riskanter
Schon Stress, Kälte, Schwimmen oder Panik können die mögliche Zeit stark verkürzen.
Warum ist Luftanhalten unter Wasser so gefährlich?
An Land merkt man meist rechtzeitig, dass man wieder atmen muss.
Unter Wasser ist die Situation anders. Wenn Sauerstoffmangel plötzlich zu Bewusstlosigkeit führt, kann man nicht einfach weiteratmen. Dann besteht akute Ertrinkungsgefahr.
Besonders tückisch ist, dass ein Blackout manchmal ohne dramatische Vorwarnung auftreten kann.
Darum gilt: Atemanhalten unter Wasser niemals allein üben.
Warum ist Hyperventilation vorher gefährlich?
Beim Hyperventilieren atmet man schneller oder tiefer als nötig.
Dadurch sinkt vor allem der Kohlendioxidgehalt im Blut. Das Problem: CO₂ ist ein wichtiger Auslöser für den Atemreiz.
Wenn zu wenig CO₂ vorhanden ist, kommt der Atemreiz später. Der Sauerstoff wird aber trotzdem weiter verbraucht.
Das kann dazu führen, dass man sich noch „okay“ fühlt, obwohl das Gehirn bereits gefährlich wenig Sauerstoff bekommt. Genau deshalb kann Hyperventilation vor dem Tauchen lebensgefährlich sein.
Was passiert kurz vor einer Ohnmacht?
Wenn der Sauerstoff im Gehirn zu niedrig wird, kann es kritisch werden.
Mögliche Warnzeichen sind:
- Schwindel
- Benommenheit
- Kribbeln
- Tunnelblick
- Verwirrtheit
- Kontrollverlust
- Zuckungen oder unkoordinierte Bewegungen
Diese Zeichen sollte man ernst nehmen. Wer solche Symptome spürt, sollte sofort aufhören und normal weiteratmen.
Wie schaffen Freitaucher mehrere Minuten?
Freitaucher trainieren nicht einfach „mehr Luft in der Lunge“.
Sie lernen vor allem, ruhig zu bleiben, Sauerstoff zu sparen und mit dem starken Atemreiz kontrolliert umzugehen. Bewegung wird minimiert, der Puls kann sinken, und der Körper wird an bestimmte Belastungen gewöhnt.
Wichtig: Professionelles Freitauchen findet mit Ausbildung, Sicherheitsregeln und Begleitung statt. Das sollte man nicht allein nachmachen.
Ist Luftanhalten gesund?
Kurzes Luftanhalten im Alltag ist für gesunde Menschen meist unproblematisch.
Riskant werden extreme Atemübungen, Wettbewerbe, Mutproben oder Atemanhalten im Wasser. Menschen mit Herz-, Kreislauf-, Lungen- oder neurologischen Erkrankungen sollten besonders vorsichtig sein und solche Übungen nicht ohne fachlichen Rat machen.
Alltagsbeispiel
Stell dir vor, du sitzt ruhig auf einem Stuhl und hältst die Luft an. Anfangs fühlt es sich leicht an. Nach einer Weile kommt Druck im Brustkorb. Dann beginnt vielleicht das Zwerchfell zu zucken. Der Atemreiz wird immer stärker.
Jetzt stell dir dieselbe Situation beim Schwimmen vor. Durch Bewegung verbraucht dein Körper mehr Sauerstoff. Gleichzeitig kann eine Bewusstlosigkeit im Wasser lebensgefährlich werden. Genau deshalb ist Luftanhalten unter Wasser keine harmlose Spielerei.
Schritt für Schritt: Was passiert beim Luftanhalten?
- Einatmen: Die Lunge füllt sich mit Luft.
- Atemstopp: Es kommt kein neuer Sauerstoff nach.
- Der Körper arbeitet weiter: Organe und Muskeln verbrauchen Sauerstoff.
- Kohlendioxid steigt: Der Atemreiz wird stärker.
- Warnsignale treten auf: Druckgefühl, Zwerchfellzucken, Unruhe oder Panik können entstehen.
- Sauerstoff sinkt weiter: Bei zu wenig Sauerstoff drohen Schwindel oder Bewusstlosigkeit.
- Gefahr im Wasser: Bewusstlosigkeit kann dort schnell zum Ertrinken führen.
Wichtige Punkte auf einen Blick
- Viele ungeübte Menschen schaffen etwa 30 Sekunden bis 2 Minuten.
- Der Atemreiz entsteht oft vor allem durch steigendes Kohlendioxid.
- Sauerstoffmangel kann später plötzlich gefährlich werden.
- Hyperventilation vor dem Luftanhalten ist riskant.
- Unter Wasser niemals allein Atemanhalten üben.
- Schwindel, Benommenheit und Kontrollverlust sind Warnzeichen.
- Freitauchen gehört in professionelle Ausbildung und Sicherheitsbegleitung.
Was im Körper beim Luftanhalten passiert
Mit dem letzten Atemzug endet der Gasaustausch nicht sofort. In der Lunge befindet sich noch Luft, im Blut ist Sauerstoff an Hämoglobin gebunden, und Gewebe verfügen über kleine Reserven. Während Muskeln, Gehirn und Organe weiter Energie verbrauchen, sinkt der Sauerstoffanteil allmählich. Gleichzeitig entsteht Kohlendioxid, das über das Blut zur Lunge transportiert, aber ohne Ausatmen nicht abgegeben wird.
Der steigende Kohlendioxidgehalt verändert den Säuregrad und aktiviert Atemreize. Deshalb wird der Drang zu atmen zunehmend unangenehm, obwohl zu diesem Zeitpunkt meist noch Sauerstoff vorhanden ist. Das Zwerchfell kann unwillkürlich zucken. Diese Kontraktionen sind kein präziser Countdown bis zur Bewusstlosigkeit, sondern ein Warnsignal des Körpers.
Wie schnell sich die Werte verändern, hängt unter anderem von Lungenvolumen, Stoffwechsel, Bewegung, Temperatur, Stress und gesundheitlicher Verfassung ab. Wer unter Wasser schwimmt, verbraucht mehr Sauerstoff als eine ruhig liegende Person. Eine pauschale Minutenzahl kann deshalb niemals angeben, wie lange es für einen bestimmten Menschen sicher ist.
Warum Hyperventilation so gefährlich ist
Bei schneller oder tiefer Voratmung wird vor allem Kohlendioxid abgeatmet. Der Sauerstoffvorrat steigt dagegen nur begrenzt, weil das Hämoglobin bei normaler Atmung bereits weitgehend beladen ist. Der niedrigere Kohlendioxidwert verschiebt den Atemreiz nach hinten. Man fühlt sich länger erstaunlich ruhig, obwohl der Sauerstoff während des Luftanhaltens weiter fällt.
Genau dadurch kann die Warnung zu spät kommen: Sauerstoffmangel kann zur Bewusstlosigkeit führen, bevor der Atemreiz stark genug wird. Unter Wasser reicht eine kurze Ohnmacht zum Ertrinken. Eine Studie in Diving and Hyperbaric Medicine beschreibt, dass Hyperventilation den Atemreiz verzögert und die Anfälligkeit für einen hypoxischen Blackout erhöht. Sie ist daher keine sichere Methode, um eine Bestzeit zu erzielen.
Was bedeutet „Shallow Water Blackout“?
Der Ausdruck wird für eine durch Sauerstoffmangel verursachte Bewusstlosigkeit beim Luftanhalten im Wasser verwendet. „Shallow“ darf nicht missverstanden werden: Das Ereignis ist nicht auf tiefes Tauchen beschränkt. Es kann im Schwimmbecken, in flachem Wasser und grundsätzlich in jeder Tiefe auftreten.
Beim Auftauchen nach einem Tieftauchgang kommt ein weiterer Effekt hinzu. Mit sinkendem Umgebungsdruck dehnt sich die Luft in der Lunge aus; der Sauerstoffpartialdruck kann in der Endphase stark fallen. Eine Person kann deshalb den größten Teil des Aufstiegs scheinbar gut bewältigen und kurz vor der Oberfläche das Bewusstsein verlieren.
Von außen ist ein Blackout nicht immer dramatisch. Die betroffene Person kann einfach reglos werden. Darum genügt es nicht, dass irgendwo ein Bademeister anwesend ist oder eine Begleitperson nebenbei zusieht. Spezifische Sicherung beim Freitauchen setzt unmittelbare Aufmerksamkeit, passende Ausbildung und einen vorher vereinbarten Ablauf voraus.
Warum Rekorde kein sinnvoller Maßstab sind
Rekordleistungen entstehen unter kontrollierten Regeln, mit jahrelangem Training, medizinischer Risikoeinschätzung und Sicherungspersonal. Zudem unterscheiden sich Disziplinen: Statisches Luftanhalten in Ruhe ist etwas anderes als eine Strecke unter Wasser. Manche Rekordkategorien erlauben vor dem Versuch das Atmen von reinem Sauerstoff; solche Zeiten lassen sich nicht mit einem normalen Atemzug vergleichen.
Wer eine außergewöhnliche Zahl liest, erfährt damit nichts über seine eigene sichere Grenze. Training kann den Umgang mit Kohlendioxid, die Entspannung und die Bewegungseffizienz verbessern. Es macht das Gehirn jedoch nicht unabhängig von Sauerstoff. Auch erfahrene Freitaucher können einen Blackout erleiden.
Welche Faktoren verändern die Dauer?
Ruhe oder Bewegung
Muskelarbeit erhöht den Sauerstoffverbrauch. Eine Minute ruhig auf dem Sofa ist physiologisch nicht mit einer Minute Schwimmen vergleichbar. Auch unnötige Anspannung und hektische Bewegungen kosten Energie.
Lungenvolumen und Ausgangslage
Körperbau und Atemmechanik beeinflussen, wie viel Luft nach einer Einatmung verfügbar ist. Krankheit, Müdigkeit, Alkohol, Medikamente und ein kürzlicher Infekt können Reaktion und Belastbarkeit verändern. Bei Herz- oder Lungenerkrankungen ist besondere medizinische Vorsicht nötig.
Temperatur und Tauchreflex
Kontakt des Gesichts mit Wasser kann den Tauchreflex auslösen: Der Herzschlag verlangsamt sich, Blutgefäße in den Gliedmaßen verengen sich. Das hilft, Sauerstoff für wichtige Organe zu sparen, ist aber keine Garantie gegen Bewusstlosigkeit. Kaltes Wasser bringt zugleich eigene Gefahren wie Kälteschock und eingeschränkte Bewegungsfähigkeit.
Psychologie und Gewöhnung
Stress beschleunigt häufig den Verbrauch, während Entspannung die Zeit verlängern kann. Training verschiebt vor allem die Toleranz gegenüber dem unangenehmen Kohlendioxidsignal. Das ist ein Grund, warum das subjektive Gefühl „Ich halte das noch aus“ kein verlässlicher Sicherheitsmesser ist.
Wann sollte man sofort aufhören?
Schwindel, Sehstörungen, Kribbeln, Verwirrtheit, Kontrollverlust oder auffällige Bewegungen sind Warnzeichen. Im Wasser darf ein Versuch nicht bis zu solchen Symptomen fortgesetzt werden. An Land sollte man ebenfalls nicht gegen deutliche Beschwerden ankämpfen. Nach einer Bewusstlosigkeit, bei anhaltender Atemnot, Brustschmerz oder neurologischen Auffälligkeiten ist medizinische Hilfe erforderlich.
Kinder und Jugendliche sollten Atemanhalte-Challenges nicht nachmachen. Auch spielerische Wettbewerbe im Pool können Gruppendruck erzeugen und Risiken unsichtbar machen. Eine zusammenfassende medizinische Darstellung zu hypoxischer Bewusstlosigkeit beim Luftanhalten bietet StatPearls/PubMed.
Wie trainieren Freitaucher sicherer?
Seriöses Freitauchtraining beginnt mit Theorie, Partnerregeln, Rettungstechniken und beaufsichtigter Praxis. Es geht nicht nur darum, die Dauer zu erhöhen. Bewegungsökonomie, Druckausgleich, Entspannung und das Erkennen von Problemen gehören ebenso dazu. Übungen im Wasser werden niemals allein durchgeführt.
Auch ein Partner ist nur dann ein Schutz, wenn er die Aufgabe kennt, aufmerksam bleibt und nahe genug ist, um sofort zu handeln. „Wir sind zu zweit im Schwimmbad“ erfüllt diese Voraussetzung nicht automatisch. Für Interessierte ist ein qualifizierter Kurs die vernünftige Alternative zur Internet-Challenge.
Warum der Atemreiz keine Sauerstoffanzeige ist
Menschen können ihren Sauerstoffgehalt nicht so zuverlässig wahrnehmen wie steigendes Kohlendioxid. Diese Asymmetrie erklärt viele gefährliche Situationen. Ein starker Atemreiz bedeutet zwar, dass der Körper belastet ist, doch ein schwacher Atemreiz garantiert nicht, dass genügend Sauerstoff vorhanden ist. Besonders nach Hyperventilation werden Gefühl und tatsächliches Risiko voneinander getrennt.
Ein Pulsoximeter löst dieses Problem bei Selbstversuchen nicht. Geräte reagieren zeitverzögert, können bei Bewegung oder schlechter Durchblutung falsch messen und zeigen nicht, wie rasch der Wert weiter fallen wird. Sie machen Luftanhalten im Wasser nicht sicher. Medizinische Überwachung in einem professionellen Umfeld ist etwas völlig anderes als eine Smartwatch am Beckenrand.
Was beim normalen Atmen anders ist
Im Alltag steuert das Atemzentrum die Ventilation fortlaufend. Es reagiert auf Kohlendioxid, Säuregrad und weitere Signale, sodass Aufnahme und Abgabe der Atemgase zum Stoffwechsel passen. Beim willentlichen Luftanhalten wird dieses automatische System vorübergehend überstimmt. Irgendwann wird der Drang so stark, dass die bewusste Kontrolle schwerer fällt.
Nach dem Luftanhalten ist schnelles, kontrolliertes Weiteratmen wichtig. Wer verwirrt ist, die Kontrolle über Bewegungen verliert oder nicht normal reagiert, braucht sofort Hilfe. Unter Wasser kann bereits der erste unwillkürliche Atemzug Wasser in die Atemwege bringen.
Häufige Mythen über Luftanhalten
„Große Lungen bedeuten automatisch lange Zeiten“ ist zu einfach. Technik, Stoffwechsel, Entspannung und Sicherheitspraxis spielen ebenfalls eine Rolle. „Taucher gewöhnen ihr Gehirn an wenig Sauerstoff“ ist gefährlich formuliert: Training verbessert Abläufe, beseitigt die biologische Abhängigkeit des Gehirns aber nicht. Und „Wenn es gefährlich wird, tauche ich einfach auf“ unterschätzt, dass Urteilsfähigkeit und Muskelkontrolle gerade dann nachlassen können.
Auch die Behauptung, Ohnmacht an Land sei grundsätzlich harmlos, stimmt nicht. Ein Sturz kann schwere Verletzungen verursachen, und eine Bewusstlosigkeit kann andere medizinische Ursachen haben. Absichtliche Atemanhalte-Versuche sollten nicht bis zur Ohnmacht betrieben werden.
Eine vernünftige Einordnung der Zeitangaben
Die oft genannten 30 Sekunden bis zwei Minuten beschreiben nur einen groben Bereich bei gesunden, ungeübten Erwachsenen in Ruhe. Manche Menschen liegen darunter oder darüber. Die Zahl ist weder Diagnose noch Trainingsziel. Entscheidend ist die Antwort auf die Sicherheitsfrage: allein und besonders im Wasser nie ausprobieren, nicht hyperventilieren und keine Internet-Challenge daraus machen.
Warum „ohne Atmen“ nicht bei allen Situationen dasselbe bedeutet
Beim Schlafen, Sprechen, Singen, Tauchen und medizinischen Atemtests werden sehr unterschiedliche Vorgänge gern unter demselben Ausdruck zusammengefasst. Eine kurze Atempause im Schlaf ist nicht mit absichtlichem Luftanhalten gleichzusetzen. Wiederkehrende Atemaussetzer können zu einer Schlafapnoe gehören und sollten bei Symptomen wie starkem Schnarchen, beobachteten Pausen oder ausgeprägter Tagesmüdigkeit ärztlich abgeklärt werden.
Auch ein Spirometrie-Test misst nicht, wie lange jemand „durchhält“. Dabei werden Volumen und Luftstrom nach genauen Anweisungen erfasst. Sänger und Blasmusiker lassen Luft kontrolliert ausströmen; sie halten sie nicht vollständig an. Solche Vergleiche erklären, warum Internetlisten mit angeblichen Durchschnittszeiten oft Äpfel und Birnen mischen.
Warum Sauerstoffmangel das Denken beeinträchtigt
Das Gehirn benötigt kontinuierlich Sauerstoff. Bei zunehmendem Mangel können Aufmerksamkeit, Urteilsvermögen und Koordination nachlassen, bevor eine Person selbst erkennt, wie ernst die Lage ist. Genau das macht selbst gesetzte Grenzwerte unsicher: Die Instanz, die entscheiden soll aufzuhören, wird durch das Problem beeinträchtigt.
Unter Wasser kommen Orientierung, Druck, Kälte und Bewegung hinzu. Wer eine Strecke unbedingt beenden möchte, ignoriert leichter Warnzeichen. Gute Sicherheitskultur setzt deshalb nicht auf Willenskraft, sondern auf feste Regeln, ausgebildete Sicherung und die Bereitschaft, einen Versuch früh abzubrechen.
Was Angehörige und Aufsichtspersonen wissen sollten
Atemanhalte-Spiele sollten in Pools und Badeseen klar untersagt werden. Eine Person, die nach einem Tauchgang ungewöhnlich still, desorientiert oder kraftlos wirkt, braucht sofort Aufmerksamkeit. Bei Bewusstlosigkeit gilt: aus dem Wasser retten, Notruf veranlassen und nach anerkannten Erste-Hilfe-Regeln handeln. Fehlende normale Atmung erfordert unverzügliche Wiederbelebungsmaßnahmen durch geschulte Helfer beziehungsweise nach Anleitung der Leitstelle.
Dieser Artikel ersetzt keine individuelle medizinische Beratung. Wer wiederholt Atemnot, Ohnmacht, Brustschmerzen oder ungewöhnlich geringe Belastbarkeit erlebt, sollte nicht mit Training experimentieren, sondern die Ursache medizinisch klären lassen.
Was die Kernfrage praktisch beantwortet
Eine persönliche Maximalzeit lässt sich ohne kontrollierten Versuch nicht seriös vorhersagen – und gerade ein solcher Selbsttest kann riskant sein. Die vernünftige Antwort lautet daher nicht „Trainiere bis zu einer bestimmten Minute“, sondern: Nutze Zeitangaben nur zur groben Einordnung und behandle Wasser als klare Sicherheitsgrenze. Nie allein, nie nach Hyperventilation und nie als Wettbewerb.
Wer Freitauchen als Sport erlernen möchte, sollte das in einem qualifizierten Kurs mit trainierten Sicherungspartnern tun. Wer dagegen nur neugierig auf den eigenen Körper ist, gewinnt mehr durch das Verständnis von Kohlendioxid, Sauerstoff und Atemreiz als durch eine persönliche Rekordzahl. Sicherheit ist hier kein Nebenthema, sondern ein Teil der korrekten Antwort.
Eine weitere Grenze solcher Vergleiche ist die Messmethode. Startet die Uhr nach normaler oder maximaler Einatmung? Sitzt die Person ruhig, liegt sie oder bewegt sie sich? Wurde vorher schnell geatmet? Schon diese Unterschiede verändern das Ergebnis. Ohne einheitliches Protokoll sind zwei Internetzeiten kaum vergleichbar. Noch wichtiger: Ein standardisiertes Protokoll würde einen unbeaufsichtigten Versuch nicht automatisch sicher machen. Zahlen erklären Physiologie, sie erteilen keine Freigabe. Das gilt auch für sportliche, gesunde und an Atemübungen gewöhnte Menschen. Fitness hebt die Risiken von Sauerstoffmangel und Bewusstlosigkeit nicht auf.
Im Zweifel ist frühes Atmen immer die sichere Entscheidung.
FAQ
Wie lange kann ein normaler Mensch die Luft anhalten?
Viele ungeübte Erwachsene schaffen ungefähr 30 Sekunden bis 2 Minuten. Die genaue Zeit hängt stark von Ruhe, Training, Bewegung, Stress und Gesundheit ab.
Warum bekommt man beim Luftanhalten Panik?
Beim Luftanhalten steigt Kohlendioxid im Blut an. Das aktiviert den Atemreiz und kann ein starkes Gefühl von Druck, Unruhe oder Panik auslösen.
Kann man durch Luftanhalten bewusstlos werden?
Ja. Wenn das Gehirn zu wenig Sauerstoff bekommt, kann es zu Bewusstlosigkeit kommen. Unter Wasser ist das besonders gefährlich.
Warum ist Hyperventilation vor dem Tauchen gefährlich?
Hyperventilation senkt den Kohlendioxidgehalt. Dadurch setzt der Atemreiz später ein, obwohl der Sauerstoff weiter sinkt. Das erhöht das Risiko für einen plötzlichen Blackout.
Ist Luftanhalten unter Wasser gefährlich?
Ja, besonders wenn man allein übt oder vorher hyperventiliert. Eine Bewusstlosigkeit unter Wasser kann zum Ertrinken führen.
Ist Luftanhalten gut für die Lunge?
Kurzes Luftanhalten ist für gesunde Menschen meist unproblematisch. Extreme Atemübungen, Wettbewerbe oder Übungen im Wasser können aber gefährlich sein.
Fun Fact
Der starke Atemreiz bedeutet oft nicht, dass der Sauerstoff sofort aufgebraucht ist. Häufig meldet sich zuerst das Kohlendioxid-System. Genau deshalb fühlt sich Luftanhalten oft früher unerträglich an, als es tatsächlich sauerstoffkritisch wird.
Zusammenfassung
Die meisten Menschen können ihre Luft etwa 30 Sekunden bis 2 Minuten anhalten. Entscheidend sind Ruhe, Training, Sauerstoffverbrauch und vor allem der steigende Kohlendioxidgehalt im Blut.
Gefährlich wird Luftanhalten besonders unter Wasser, nach Hyperventilation oder bei Warnzeichen wie Schwindel, Benommenheit und Kontrollverlust. Atemanhalte-Übungen im Wasser sollte man niemals allein machen.






