Warum ist die Banane krumm?
Kurze Antwort
Die Banane ist krumm, weil sie beim Wachsen nach oben zum Licht strebt. Anfangs hängen die jungen Früchte nach unten. Später richten sie sich jedoch entgegen der Schwerkraft wieder nach oben aus. Dadurch entsteht die typische gebogene Form. Verantwortlich dafür sind natürliche Wachstumsreaktionen der Pflanze – nicht etwa eine besondere Züchtung oder eine EU-Vorschrift.
Warum wächst die Banane überhaupt krumm?
Bananen wachsen in großen Fruchtständen, die zunächst nach unten hängen. Die jungen Früchte zeigen deshalb zuerst ebenfalls Richtung Boden.
Während des Wachstums verändert sich das Verhalten der Banane jedoch. Die Frucht beginnt, sich wieder nach oben zum Licht auszurichten. Dabei wächst sie gleichzeitig entgegen der Schwerkraft. Genau diese Kombination sorgt für die typische Krümmung.
Pflanzenforscher sprechen dabei von zwei natürlichen Mechanismen:
- Phototropismus: Wachstum in Richtung Licht
- Negativer Geotropismus: Wachstum entgegen der Schwerkraft
Die Banane „biegt“ sich also nicht plötzlich, sondern verändert ihre Wuchsrichtung während des Reifeprozesses.
Warum hängen Bananen zuerst nach unten?
Der gesamte Fruchtstand einer Bananenpflanze ist sehr schwer. Deshalb hängt er durch sein Eigengewicht nach unten. Die einzelnen Früchte wachsen zunächst einfach in diese Richtung mit.
Erst später beginnen sich die Bananen aktiv aufzurichten. Dabei wachsen sie nicht komplett gerade nach oben, sondern nur teilweise. Genau dadurch entsteht die gebogene Form.
Warum sind manche Bananen stärker gekrümmt als andere?
Nicht jede Banane sieht gleich aus. Manche Früchte sind stark gebogen, andere fast gerade. Das hängt von mehreren Faktoren ab:
- der Bananensorte
- den Lichtverhältnissen
- der Position innerhalb des Fruchtstands
- dem Platz beim Wachstum
- dem Reifegrad
Vor allem Licht spielt eine große Rolle. Je stärker sich die Frucht nach oben orientiert, desto deutlicher kann die Krümmung werden.
Hat die EU vorgeschrieben, wie krumm eine Banane sein muss?
Nein. Dieser Mythos hält sich zwar seit Jahren, stimmt aber so nicht.
Die EU hatte früher lediglich Handelsnormen für Obst und Gemüse festgelegt. Darin ging es vor allem um Qualität, Größe und mögliche Schäden an Früchten. Es wurde jedoch nie vorgeschrieben, dass Bananen eine bestimmte Krümmung haben müssen.
Der Mythos entstand vermutlich, weil Medien und Satireberichte die Regeln stark vereinfacht oder übertrieben dargestellt haben.
Würde eine Banane ohne Licht gerade wachsen?
Wahrscheinlich deutlich gerader. Ohne starken Lichtreiz würde die Banane sich weniger nach oben ausrichten. Die typische Krümmung wäre dadurch schwächer.
Ganz gerade würden Bananen aber trotzdem meist nicht wachsen, weil auch andere Wachstumsprozesse und die Schwerkraft Einfluss auf die Form haben.
Alltagsbeispiel: Deshalb wachsen Zimmerpflanzen oft schief
Vielleicht hast du schon einmal eine Zimmerpflanze gesehen, die sich stark zum Fenster neigt. Genau derselbe Effekt steckt auch hinter der krummen Banane.
Pflanzen versuchen, möglichst viel Licht zu erreichen. Deshalb wachsen sie oft in eine bestimmte Richtung – selbst wenn sie dadurch schief oder gebogen aussehen.
Schritt für Schritt: So entsteht die Krümmung
- Die Bananenstaude bildet einen schweren Fruchtstand.
- Der Fruchtstand hängt zunächst nach unten.
- Die jungen Bananen wachsen anfangs Richtung Boden.
- Später reagieren die Früchte stärker auf Licht.
- Die Banane beginnt, sich nach oben auszurichten.
- Durch diesen Richtungswechsel entsteht die Krümmung.
Wichtige Punkte auf einen Blick
- Bananen hängen zuerst nach unten.
- Später wachsen sie wieder nach oben zum Licht.
- Dadurch entsteht die typische gebogene Form.
- Die Krümmung ist ein natürlicher Wachstumsprozess.
- Die EU hat keine „Pflicht-Krümmung“ vorgeschrieben.
- Licht und Schwerkraft beeinflussen das Wachstum gemeinsam.
Häufige Fragen (FAQ)
Sind alle Bananensorten krumm?
Die meisten Bananensorten wachsen zumindest leicht gebogen. Einige Sorten bleiben jedoch deutlich gerader als die typischen Supermarktbananen.
Warum wachsen Bananen nach oben?
Vor allem negativer Gravitropismus richtet die jungen Früchte entgegen der Schwerkraft auf. Licht kann das Wachstum zusätzlich beeinflussen, ist aber nicht die alleinige oder wichtigste Erklärung der typischen Krümmung.
Kann man komplett gerade Bananen züchten?
Teilweise ja. Durch bestimmte Sorten und Anbaumethoden lassen sich geradere Früchte erzeugen. Die natürlichen Wachstumsreaktionen der Pflanze bleiben aber trotzdem erhalten.
Warum sind Bananen oft in Büscheln angeordnet?
Bananen wachsen gemeinsam an großen Fruchtständen. Dadurch können viele Früchte gleichzeitig an einer Pflanze reifen.
Ist die Krümmung ein Zeichen für Qualität?
Nein. Die Form sagt kaum etwas über Geschmack oder Qualität aus. Auch gerade oder stärker gekrümmte Bananen können völlig normal und reif sein.
Fun Fact
Botanisch gesehen ist die Banane eine Beere. Außerdem ist die Bananenpflanze kein echter Baum, sondern eine riesige krautige Pflanze.
Die genauere Erklärung: Bananen reagieren vor allem auf die Schwerkraft
Die kurze Antwort „Bananen wachsen zum Licht“ ist verbreitet, aber unvollständig. Der entscheidende Mechanismus wird als negativer Gravitropismus bezeichnet. „Gravi“ bezieht sich auf die Schwerkraft, „Tropismus“ auf eine gerichtete Wachstumsreaktion. Negativ bedeutet hier nicht schlecht, sondern: Das wachsende Organ richtet sich entgegen der Schwerkraft aus.
Der Fruchtstand der Bananenpflanze biegt sich unter seinem Gewicht nach unten. Die jungen Einzelfrüchte – im Bananenanbau „Finger“ genannt – entstehen zunächst in einer Richtung, die durch den herabhängenden Fruchtstand vorgegeben ist. Während sie länger und dicker werden, krümmen sich ihre Spitzen nach oben. Weil die Basis ihre frühere Orientierung behält und der wachsende Teil seine Richtung ändert, entsteht die typische Bogenform.
Licht kann Pflanzenwachstum ebenfalls beeinflussen; diese Reaktion heißt Phototropismus. Bei der Banane wird in populären Erklärungen oft beides vermischt. Fachquellen aus Pflanzenbau und Botanik führen die charakteristische Aufwärtskrümmung der Früchte vor allem auf negativen Gravitropismus zurück. Die Frucht reagiert also nicht wie ein Auge, das die Sonne „sieht“, sondern ihr Gewebe verarbeitet ein Schwerkraftsignal und wächst auf den Seiten unterschiedlich stark.
Wie eine Bananenfrucht überhaupt entsteht
Die Banane wächst nicht an einem Baum im botanischen Sinn. Die Bananenpflanze ist eine sehr große, ausdauernde krautige Pflanze. Was wie ein Stamm aussieht, ist ein Scheinstamm aus eng übereinanderliegenden Blattscheiden. Der eigentliche Spross liegt als Rhizom beziehungsweise Sprossknolle im oder nahe dem Boden.
Wenn die Pflanze ausreichend entwickelt ist, schiebt sie einen Blütenstand durch den Scheinstamm. Unter großen, häufig rötlich-violetten Hochblättern sitzen Gruppen von Blüten. Aus weiblichen Blüten entwickeln sich die Früchte. Der gesamte Fruchtstand kann viele Kilogramm wiegen und zieht den tragenden Stiel nach unten.
Eine Gruppe von Früchten am Fruchtstand heißt „Hand“, die einzelne Frucht „Finger“. Mehrere Hände bilden die große Staude, die auf Plantagen geerntet wird. Die im Laden angebotenen Büschel sind kleinere Abschnitte einer solchen Hand und nicht der vollständige Fruchtstand.
Warum Kulturbananen fast keine harten Samen enthalten
Viele handelsübliche Dessertbananen bilden ihre Früchte parthenokarp. Das bedeutet, dass sich das Fruchtfleisch ohne normale Befruchtung und Samenentwicklung ausbildet. Die kleinen dunklen Punkte im Inneren sind verkümmerte Samenanlagen, keine voll entwickelten Samen.
Wilde Verwandte der Kulturbanane können dagegen zahlreiche harte Samen besitzen. Sie wären beim Essen störend. Die heute verbreiteten Kulturformen wurden über lange Zeit wegen samenarmer, fleischiger Früchte ausgewählt und vegetativ vermehrt, also über Seitensprosse beziehungsweise in moderner Produktion auch über Gewebekultur.
Weil viele Sorten steril oder sehr wenig fruchtbar sind, ist klassische Kreuzungszüchtung schwierig. Gleichzeitig sind genetisch sehr ähnliche Bestände anfällig dafür, dass Krankheiten große Anbauflächen treffen. Die Krümmung ist daher nur eines von vielen besonderen Merkmalen dieser ungewöhnlichen Kulturpflanze.
Wie Pflanzen die Richtung der Schwerkraft wahrnehmen
Pflanzen besitzen kein Gleichgewichtsorgan wie Menschen. Trotzdem können Zellen erkennen, wo „unten“ ist. In schwerkraftempfindlichen Zellen sinken dichte, stärkereiche Zellbestandteile – sogenannte Statolithen – in Richtung der Schwerkraft. Diese Lageinformation beeinflusst Signalwege und die Verteilung beziehungsweise Wirkung von Wachstumshormonen wie Auxin.
Auxin steuert unter anderem die Streckung von Zellen. Je nach Pflanzenorgan reagieren Gewebe unterschiedlich. Bei Sprossen fördert eine erhöhte Auxinwirkung auf der Unterseite typischerweise die Zellstreckung. Wächst die Unterseite stärker als die Oberseite, biegt sich der Spross nach oben. Wurzeln reagieren anders und wachsen gewöhnlich in Richtung der Schwerkraft; das heißt positiver Gravitropismus.
Die genaue Regulation in einer Bananenfrucht ist komplexer als ein einzelner Satz über „Hormone auf der Schattenseite“. Entscheidend ist das Ergebnis: Auf verschiedenen Seiten der jungen Frucht wachsen Zellen nicht gleich stark, sodass sich die Längsachse allmählich nach oben biegt.
Warum sind manche Bananen stärker gekrümmt als andere?
Die Krümmung hängt nicht von einem einzigen Faktor ab. Eine Rolle spielen unter anderem:
- Sorte und Genetik: Bananensorten unterscheiden sich deutlich in Länge, Dicke, Kantenform und natürlicher Biegung.
- Position in der Hand: Früchte am Rand haben mehr Platz und können sich anders entwickeln als eng stehende Früchte in der Mitte.
- Orientierung des Fruchtstands: Wie stark der Stiel herabhängt, verändert die Ausgangslage der jungen Früchte.
- Wachstumsphase: Sehr junge Früchte sind oft weniger deutlich gebogen; die Krümmung entsteht während des weiteren Längenwachstums.
- Licht, Temperatur und Versorgung: Umweltbedingungen beeinflussen das allgemeine Wachstum und damit indirekt auch die endgültige Form.
- Platz und Kontakt: Nachbarfrüchte, Hochblätter und Schutzmaterial können das freie Wachstum räumlich begrenzen.
Eine fast gerade Banane ist daher nicht krank und eine stark gebogene nicht automatisch reifer oder hochwertiger. Die Form ist nur ein sichtbares Ergebnis ihrer Entwicklung.
Sind alle Bananen krumm?
Nein. „Banane“ umfasst zahlreiche Kulturgruppen und Sorten. Manche Früchte sind kurz und dick, andere lang und schlank. Kochbananen können relativ gerade und kantig wirken; bestimmte Dessertbananen sind deutlich gebogen. Auch innerhalb derselben Sorte gibt es Unterschiede.
Die in deutschen Supermärkten häufige Cavendish-Banane prägt unser Bild der typischen gelben, gebogenen Banane. Weltweit werden jedoch viele weitere Formen angebaut: rote Bananen, kleine Dessertbananen, Kochbananen und regionale Sorten mit eigener Farbe, Festigkeit und Geschmacksrichtung.
Wächst die Banane wirklich „nach oben“?
Der Ausdruck ist richtig, wenn man die Bewegung der jungen Frucht betrachtet. Der Fruchtstand hängt insgesamt nach unten, während sich die einzelnen Finger entgegen der Schwerkraft aufrichten. Sie wachsen also nicht vom Boden aus senkrecht wie ein Baumstamm, sondern drehen ihre Spitzen relativ zu ihrer Ausgangslage nach oben.
Auf Fotos lässt sich der Vorgang gut erkennen: Junge Bananen stehen zunächst seitlich oder abwärts am gebogenen Fruchtstand. Später zeigen viele Spitzen deutlich nach oben. Die Kombination aus herabhängender Basis und aufgerichtetem wachsenden Ende erzeugt den Bogen.
Welche Rolle spielt das Licht tatsächlich?
Licht ist für die Bananenpflanze unverzichtbar, weil die Blätter durch Photosynthese Energie für das Wachstum bereitstellen. Pflanzenorgane können außerdem phototrop reagieren. Die Aussage „Bananen biegen sich zur Sonne“ ist daher nicht völlig aus der Luft gegriffen, aber sie vereinfacht den Mechanismus zu stark.
Die Sonne wandert täglich über den Himmel und die Beleuchtung ist in einer Plantage durch Blätter, Nachbarpflanzen und Wolken wechselhaft. Die beständige Richtung „oben“ liefert dagegen die Schwerkraft. Deshalb ist negativer Gravitropismus die präzisere Hauptantwort. Licht kann Entwicklung und Richtung mitbeeinflussen, erklärt die typische Form allein aber nicht zuverlässig.
Würde eine Banane in Schwerelosigkeit gerade wachsen?
Das lässt sich nicht mit einem einfachen Ja beantworten. Ohne ein gerichtetes Schwerkraftsignal fiele der negative Gravitropismus als Orientierungshilfe weg. Andere Einflüsse blieben jedoch bestehen: Licht, die ursprüngliche Ausrichtung der Blüte, genetische Wachstumsprogramme, mechanischer Kontakt und die Versorgung durch den Fruchtstiel.
Eine Banane müsste also nicht automatisch schnurgerade werden. Wahrscheinlich wäre ihre Orientierung weniger einheitlich und stärker von anderen Signalen abhängig. Ein realistisches Experiment müsste eine fruchtende Bananenpflanze über längere Zeit unter kontrollierter Mikrogravitation kultivieren – ein erheblicher technischer Aufwand. Aussagen über eine „garantiert gerade Weltraumbanane“ sind deshalb eher Gedankenexperiment als gesicherte Beobachtung.
Kann man Bananen absichtlich gerade züchten?
Grundsätzlich lässt sich die Fruchtform durch Sortenwahl und Züchtung beeinflussen. Praktisch verfolgen Züchtungsprogramme jedoch viele wichtigere Ziele: Widerstandsfähigkeit gegen Pilzkrankheiten, guter Ertrag, Geschmack, Haltbarkeit, Nährwert und Eignung für lokale Anbaubedingungen.
Eine vollständig gerade Dessertbanane hätte für Verbraucher kaum einen ernährungsphysiologischen Vorteil. Zudem sind viele Kulturbananen steril, was die Züchtung erschwert. Es wäre daher möglich, weniger gekrümmte Formen auszuwählen, aber die Krümmung „abzuschaffen“ ist kein naheliegendes Hauptziel.
Die EU schreibt nicht vor, wie krumm eine Banane sein muss
Der sogenannte EU-Bananenmythos wird oft so erzählt: Brüssel habe einen exakten Krümmungsgrad vorgeschrieben und zu gerade oder zu krumme Bananen verboten. Das stimmt nicht.
Die geltende Durchführungsverordnung (EU) Nr. 1333/2011 enthält eine Vermarktungsnorm für grüne, unreife Bananen bestimmter Sortengruppen. Zu den Mindestanforderungen gehört, dass die Früchte frei von Missbildungen oder „anormaler Krümmung“ sein sollen. Ein Winkel oder bestimmter Bogenradius wird nicht vorgeschrieben. Gemeint sind erkennbare Wachstumsfehler, die Qualität, Haltbarkeit oder Vermarktung beeinträchtigen können – nicht die natürliche typische Biegung.
Die Norm regelt außerdem unter anderem Gesundheit, Sauberkeit, Festigkeit, Beschädigungen und Größensortierung. Als Referenz gelten grundsätzlich mindestens 14 Zentimeter Länge und 27 Millimeter Dicke, wobei für bestimmte europäische Anbauregionen Ausnahmen bestehen. Kochbananen, Feigenbananen und Bananen für die industrielle Verarbeitung fallen nicht unter dieselbe Norm.
Auch eine Banane der Klasse II darf Formfehler aufweisen, sofern wesentliche Anforderungen erfüllt bleiben. Die EU verlangt somit weder mathematisch gleichmäßige Bananen noch vernichtet sie alle natürlichen Abweichungen.
Warum werden Bananen grün geerntet?
Exportbananen werden meist in grünem, physiologisch ausreichend entwickeltem Zustand geerntet. Reife gelbe Früchte wären für lange Transportwege zu weich und empfindlich. Nach der Ernte kommen die Hände in Packstationen, werden geteilt, gewaschen, sortiert und verpackt.
Der Transport erfolgt gekühlt, um Reifung und Atmung zu verlangsamen. In den Zielländern werden die Früchte in Reifekammern mit kontrollierter Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Ethylen behandelt. Ethylen ist ein natürliches Pflanzenhormon, das den Reifeprozess auslöst beziehungsweise koordiniert.
Während der Reifung wird Stärke in Zucker umgewandelt, die Schale wechselt von Grün zu Gelb, das Fruchtfleisch wird weicher und typische Aromastoffe entstehen. Die grundlegende Krümmung wurde jedoch bereits während des Wachstums an der Pflanze gebildet; die Reifekammer biegt die Banane nicht nachträglich.
Warum wird die Banane beim Reifen süßer?
Unreife Bananen enthalten viel Stärke. Während der Reifung bauen Enzyme einen großen Teil davon zu löslichen Zuckern ab. Deshalb schmeckt eine gelbe Banane süßer als eine grüne. Gleichzeitig verändern sich Zellwände, wodurch das Fruchtfleisch weicher wird.
Braune Punkte auf der Schale sind oft ein Zeichen fortgeschrittener Reife und nicht automatisch Verderb. Schimmel, austretende Flüssigkeit, gäriger Geruch oder stark faulige Stellen sind dagegen Warnzeichen. Die Krümmung sagt über diese Reifeprozesse fast nichts aus.
Ist die Banane botanisch eine Beere?
Ja. In der Botanik wird eine Beere nicht nach Größe oder Alltagssprache definiert, sondern danach, wie sie sich aus dem Fruchtknoten entwickelt. Die Banane entsteht aus einem unterständigen Fruchtknoten; ihr Fruchtfleisch und die umgebenden Schichten bilden eine Beerenfrucht.
Umgekehrt ist die Erdbeere botanisch keine Beere, sondern eine Sammelnussfrucht. Die kleinen „Körnchen“ außen sind einzelne Früchte. Solche Begriffe zeigen, dass botanische Kategorien andere Kriterien verwenden als Küche und Supermarkt.
Ist die Bananenpflanze ein Baum?
Nein. Ihr Scheinstamm enthält kein verholztes Stammgewebe wie bei einem Baum. Er besteht aus den unteren, eng gerollten Bereichen großer Blätter. Nach der Fruchtbildung stirbt der jeweilige Scheinstamm ab. Aus dem unterirdischen Rhizom wachsen neue Seitensprosse, die später eigene Fruchtstände bilden können.
Eine Plantage bleibt also über Jahre bestehen, obwohl jeder einzelne Scheinstamm nur einmal fruchtet. Landwirte wählen geeignete Nachfolgesprosse aus und entfernen überschüssige, damit Wasser und Nährstoffe gezielt genutzt werden.
Warum hängen Bananen in großen Stauden?
Die Anordnung folgt dem Aufbau des Blütenstands. Unter jedem Hochblatt sitzt eine Gruppe weiblicher Blüten, aus der später eine Hand entsteht. Mit fortschreitender Blüte werden nacheinander weitere Hände sichtbar. Am Ende des Stiels bleibt häufig die große violette männliche Blütenknospe, die umgangssprachlich Bananenherz heißt.
Die spiralige beziehungsweise reihenartige Anordnung verteilt viele Früchte an einem gemeinsamen Stiel. Das ist effizient für die Versorgung, erzeugt aber zugleich räumlichen Wettbewerb. Die einzelnen Finger müssen zwischen ihren Nachbarn Platz finden, was Formunterschiede zusätzlich verstärkt.
Hat die Krümmung einen evolutionären Vorteil?
Bei Kulturbananen lässt sich aus der heutigen Form nicht einfach ein einzelner evolutionärer Zweck ableiten. Der Bogen entsteht zunächst als Folge gerichteten Wachstums. Dass aufgerichtete Früchte weniger untereinander kollidieren oder günstig im Licht stehen, kann praktisch vorteilhaft sein. Daraus folgt aber nicht automatisch, dass die Krümmung ausschließlich wegen eines solchen Vorteils „erfunden“ wurde.
Bei wilden Bananen spielen Tiere eine Rolle bei der Samenverbreitung. Handelsbananen besitzen jedoch kaum funktionsfähige Samen und werden vom Menschen vegetativ vermehrt. Ihre heutige Form ist eine Mischung aus natürlicher Pflanzenentwicklung und jahrhundertelanger Auswahl durch Menschen.
Was beeinflusst die Qualität stärker als die Krümmung?
- richtiger Entwicklungsstand bei der Ernte,
- keine Kälte- oder Druckschäden,
- gesunder Fruchtstiel und saubere Schnittflächen,
- kontrollierte Temperatur während Transport und Reifung,
- Schutz vor Pilzen und Schädlingen,
- passender Reifegrad beim Verkauf.
Eine optisch ungewöhnliche, aber unbeschädigte Banane kann geschmacklich völlig einwandfrei sein. Umgekehrt kann eine „perfekt“ gebogene Frucht durch falsche Lagerung mehlig, kaltgeschädigt oder überreif sein.
Die Entstehung der Krümmung Schritt für Schritt
- Die Bananenpflanze bildet einen schweren Blütenstand.
- Der Fruchtstiel biegt sich nach unten.
- Aus den weiblichen Blüten wachsen junge Bananenfinger.
- Das Gewebe nimmt die Richtung der Schwerkraft wahr.
- Die wachsenden Fruchtbereiche richten sich durch negativen Gravitropismus nach oben.
- Unter- und Oberseite verlängern sich unterschiedlich stark.
- Aus der Richtungsänderung entsteht der typische Bogen.
Häufige Irrtümer über krumme Bananen
„Die Banane wird wegen der Sonne krumm“
Licht beeinflusst Pflanzen, aber die typische Aufwärtskrümmung wird fachlich vor allem als negativer Gravitropismus beschrieben. Die Schwerkraft liefert das dauerhafte Richtungssignal.
„Bananen wachsen am Baum“
Die Pflanze sieht baumartig aus, ist aber ein riesiges Kraut mit einem Scheinstamm aus Blattscheiden.
„Die EU schreibt einen Krümmungswinkel vor“
Nein. Die Handelsnorm nennt „anormale Krümmung“ als Qualitätsmangel, definiert aber keinen vorgeschriebenen Winkel oder Radius.
„Gerade Bananen sind gentechnisch verändert“
Nein. Sorte, Position, Platz und Wachstumsbedingungen erzeugen natürliche Formunterschiede. Eine gerade Frucht ist kein Beleg für Gentechnik.
„Stärker gekrümmte Bananen sind süßer“
Für die Süße ist vor allem der Reifegrad entscheidend. Die Biegung erlaubt keine zuverlässige Aussage über den Zuckergehalt.
Fachlich geeignete Quellen
- Botanischer Garten des Karlsruher Instituts für Technologie: Musa und Gravitropismus
- Encyclopedia of Food Sciences and Nutrition: Botanik und Entwicklung der Bananenfrucht
- EUR-Lex: Durchführungsverordnung (EU) Nr. 1333/2011 mit der Vermarktungsnorm für Bananen
Zusammenfassung
Die Banane ist krumm, weil sie zunächst nach unten hängt und später wieder nach oben zum Licht wächst. Lichtreiz und Schwerkraft wirken dabei gleichzeitig auf die Frucht ein. Dadurch entsteht die typische gebogene Form, die wir aus dem Supermarkt kennen. Mit EU-Vorschriften hat die Krümmung übrigens nichts zu tun.










