Bienen, Wespen und Hornissen lassen sich oft schon am Aussehen unterscheiden: Honigbienen wirken eher braun und behaart, typische Wespen sind schlanker und auffällig gelb-schwarz, während heimische Hornissen deutlich größer und zusätzlich rötlich-braun gefärbt sind. Es gibt aber noch viel grundlegendere Unterschiede bei Nahrung, Nestbau, Lebensweise und Stichverhalten.
Eine Überraschung vorweg: Hornissen sind biologisch gesehen Wespen. Die heimische Hornisse (Vespa crabro) ist sogar die größte in Deutschland heimische Wespenart. Im Alltag ist es trotzdem sinnvoll, Bienen, die typischen gelb-schwarzen Wespen und Hornissen miteinander zu vergleichen.
Kurz erklärt: Eine Honigbiene erkennt man meist an ihrem eher gedrungenen, behaarten und bräunlichen Körper. Die Gemeine und die Deutsche Wespe sind glatter, schlanker und kontrastreich gelb-schwarz. Die heimische Hornisse ist wesentlich größer und zeigt neben Gelb und Schwarz auch deutlich rötlich-braune Bereiche. Trotz ihrer Größe ist sie normalerweise nicht aggressiver oder gefährlicher als andere Wespen.
Biene, Wespe und Hornisse im direkten Vergleich
| Merkmal | Honigbiene | Gemeine / Deutsche Wespe | Heimische Hornisse |
|---|---|---|---|
| Zoologische Einordnung | Biene | Wespe | Wespe |
| Körperform | eher gedrungen | schlank mit deutlicher Taille | groß und kräftig |
| Behaarung | deutlich behaart | wirkt relativ glatt | wirkt relativ glatt |
| Färbung | meist braun bis dunkel mit gelblich-braunen Bändern | auffällig gelb-schwarz | gelb-schwarz mit rötlich-braunen Bereichen |
| Typische Größe der Arbeiterinnen | etwa 10–15 mm | etwa 11–16 mm | etwa 18–25 mm |
| Typische Nahrung erwachsener Tiere | Nektar und andere zuckerhaltige Pflanzenressourcen | unter anderem zuckerreiche Flüssigkeiten | vor allem Pflanzensäfte und Fallobst |
| Nahrung für die Brut | vor allem Pollen und weitere von Blüten stammende Nahrung | tierische Nahrung, vor allem erbeutete Insekten | erbeutete Insekten |
| Interesse an Kuchen und Limonade | normalerweise gering | bei Gemeiner und Deutscher Wespe häufig | normalerweise gering |
| Nestmaterial | Wachs | papierartiges Material aus Holzfasern | papierartiges Material aus Holzfasern |
| Mehrfach stechen | Honigbienen-Arbeiterin nach Stich in menschliche Haut meist nicht | ja | ja |
| Volk im Winter | überwintert als Volk | Staat stirbt ab, Jungköniginnen überwintern | Staat stirbt ab, Jungköniginnen überwintern |
Die Tabelle beschreibt bewusst Honigbienen, die Gemeine beziehungsweise Deutsche Wespe und die heimische Hornisse. Weltweit gibt es sehr viele weitere Bienen- und Wespenarten, die anders aussehen oder leben können.
Infografik: Biene, Wespe oder Hornisse?

Die Grafik zeigt zugleich, warum die drei Begriffe zoologisch nicht ganz gleichrangig sind: Die Hornisse ist eine bestimmte Wespenart beziehungsweise gehört zur Gruppe der Wespen. Der alltägliche Dreiervergleich bleibt trotzdem hilfreich, weil die Tiere leicht miteinander verwechselt werden.
Sind Hornissen eigentlich Wespen?
Ja. Die heimische Europäische Hornisse (Vespa crabro) gehört innerhalb der Hautflügler zu den Faltenwespen.
Auch die Gemeine Wespe (Vespula vulgaris) und die Deutsche Wespe (Vespula germanica) gehören zu dieser Familie.
Wenn wir im Alltag „Wespe“ sagen, meinen wir allerdings meist die kleineren gelb-schwarzen Arten, die im Spätsommer an unseren Lebensmitteln auftauchen. Deshalb hat sich die sprachliche Trennung zwischen „Wespe“ und „Hornisse“ eingebürgert.
Zoologisch könnte man vereinfacht sagen:
Jede Hornisse ist eine Wespe – aber längst nicht jede Wespe ist eine Hornisse.
Wie erkennt man eine Biene?
Eine Honigbiene wirkt im Vergleich zu den typischen sozialen Wespen meist gedrungener, bräunlicher und deutlich stärker behaart.
Die Haare haben unter anderem mit ihrer Lebensweise als Blütenbesucher zu tun. Pollen kann an der Körperbehaarung hängen bleiben und wird dadurch zwischen Blüten transportiert.
Honigbienen besitzen zwar ebenfalls Bänder auf dem Hinterleib, wirken aber normalerweise nicht so kontrastreich schwarz-gelb wie die Gemeine oder Deutsche Wespe.
Eine einfache Faustregel lautet deshalb:
Bräunlich + behaart + eher gedrungen = wahrscheinlich eine Biene.
Die Betonung liegt allerdings auf „wahrscheinlich“. Es gibt zahlreiche Wildbienenarten, die völlig anders aussehen können.
Wie erkennt man eine Wespe?
Die beiden Arten, denen Menschen in Deutschland besonders häufig am Esstisch begegnen, sind die Gemeine Wespe und die Deutsche Wespe.
Ihre Körper wirken relativ glatt und zeigen eine auffällige schwarz-gelbe Zeichnung. Außerdem besitzen sie die charakteristische schmale Verbindung zwischen dem vorderen und hinteren Körperbereich.
Daher stammt auch der Ausdruck „Wespentaille“.
Die Arbeiterinnen von Gemeiner und Deutscher Wespe erreichen nach Angaben des Umweltbundesamtes ungefähr 11 bis 16 Millimeter Körperlänge.
Die beiden Arten können selbst für Laien schwer voneinander zu unterscheiden sein. Ein Bestimmungsmerkmal ist die schwarze Zeichnung auf der Stirnplatte, für den alltäglichen Umgang ist diese Unterscheidung jedoch meist nicht notwendig.
Wie erkennt man eine Hornisse?
Die heimische Hornisse ist erheblich größer und kräftiger als Gemeine und Deutsche Wespe.
Arbeiterinnen erreichen ungefähr 18 bis 25 Millimeter, Königinnen können bis etwa 35 Millimeter lang werden.
Auch die Färbung hilft bei der Erkennung. Neben gelben und schwarzen Bereichen besitzt die heimische Hornisse deutlich rötlich-braune Partien an Kopf und Brust beziehungsweise am Hinterleib.
Dadurch wirkt sie weniger leuchtend gelb-schwarz als eine typische Deutsche oder Gemeine Wespe.
Als Faustregel:
Sehr groß + kräftig + gelb-schwarz mit Rotbraun = wahrscheinlich eine heimische Hornisse.
Warum sehen Bienen so viel behaarter aus?
Bienen haben sich evolutionär stark auf die Nutzung von Blütenressourcen spezialisiert.
Ihre Körperbehaarung hilft dabei, Pollen aufzunehmen. Während eine Biene über eine Blüte läuft, bleiben Pollenkörner an ihren Haaren hängen.
Viele Bienenarten besitzen zusätzlich spezielle Strukturen zum gezielten Pollentransport.
Auch Wespen besuchen Blüten und können dabei Pflanzen bestäuben. Ihr Körperbau und ihre Ernährung sind jedoch nicht in demselben Maße auf Pollensammlung spezialisiert.
Deshalb wirken typische soziale Wespen im Vergleich zur Honigbiene wesentlich glatter.
Warum kommen Wespen an Kuchen und Limonade?
Hier wartet einer der größten Überraschungseffekte des Themas:
Von den rund 700 in Deutschland vorkommenden Wespenarten werden im Wesentlichen nur zwei regelmäßig an unserer Kaffeetafel lästig: die Gemeine Wespe und die Deutsche Wespe.
Viele andere Wespenarten interessieren sich überhaupt nicht für Kuchen, Eis oder Limonade.
Erwachsene Gemeine und Deutsche Wespen suchen energiereiche Nahrung. Zuckerhaltige Getränke, reifes Obst, Kuchen und andere Süßspeisen können deshalb attraktiv sein.
Gleichzeitig benötigen ihre Larven eiweißreiche Nahrung. Arbeiterinnen erbeuten dafür andere Tiere, insbesondere Insekten.
Dadurch erklärt sich, warum eine Wespe sowohl am Marmeladenbrot als auch am Grillfleisch auftauchen kann.
Warum kommen Bienen normalerweise nicht an den Grillteller?
Honigbienen verfolgen eine andere Ernährungsstrategie.
Sie sammeln insbesondere Nektar und Pollen von Blüten. Daraus gewinnen sie Kohlenhydrate beziehungsweise Eiweiß, Fette, Vitamine und andere Nährstoffe.
Ein Stück Grillfleisch ist für eine Honigbiene deshalb nicht annähernd so interessant wie für eine Wespe, die tierische Beute für ihre Larven sammelt.
An süßen Lebensmitteln können Bienen zwar gelegentlich auftauchen, sie sind aber normalerweise nicht die typischen hartnäckigen Besucher eines sommerlichen Esstisches.
Warum kommen Hornissen normalerweise nicht an den Kuchen?
Trotz ihrer beeindruckenden Größe sind Hornissen meist wesentlich uninteressierter an unserem Essen als Gemeine und Deutsche Wespen.
Erwachsene Hornissen ernähren sich unter anderem von Pflanzensäften und Fallobst.
Für ihre Larven jagen sie dagegen verschiedene Insekten.
Das Umweltbundesamt nennt beispielsweise:
- Fliegen,
- andere Wespen,
- Bienen,
- Heuschrecken,
- Käfer,
- Raupen
- und Libellen.
Ein gut entwickeltes Hornissenvolk kann dabei nach Angaben des Umweltbundesamtes bis zu ungefähr einem halben Kilogramm Insekten pro Tag erbeuten.
Das macht Hornissen zu wichtigen Räubern im Ökosystem.
Fressen Hornissen wirklich Wespen und Bienen?
Ja. Hornissen jagen eine ganze Reihe anderer Insekten, darunter auch Wespen und Bienen.
Die erbeuteten Tiere sind allerdings vor allem Nahrung für die Hornissenlarven.
Erwachsene Hornissen haben einen hohen Energiebedarf und nehmen vor allem zuckerhaltige Flüssigkeiten wie Pflanzensäfte zu sich.
Die Larven benötigen dagegen proteinreiche Nahrung. Arbeiterinnen zerlegen ihre Beute und bringen geeignete Teile zurück ins Nest.
Das erklärt einen scheinbaren Widerspruch: Eine Hornisse jagt eine Fliege, ernährt sich selbst aber überwiegend von zuckerhaltigen Flüssigkeiten.
Wie bauen Bienen, Wespen und Hornissen ihre Nester?
Auch hier unterscheiden sich die Tiere deutlich.
Honigbienen bauen mit Wachs
Honigbienen produzieren Wachs und formen daraus die bekannten sechseckigen Waben.
In den Waben wird Brut aufgezogen sowie Honig und Pollen beziehungsweise Bienenbrot gespeichert.
Wespen bauen eine Art Papier
Soziale Wespen nagen Holzfasern von verwittertem Holz oder anderen pflanzlichen Materialien ab.
Diese Fasern werden mit Speichel vermischt und anschließend zu einer papierartigen Masse verarbeitet.
Daraus entstehen die Waben und Hüllen des Wespennestes.
Interessanterweise unterscheiden sich sogar die Nestfarben: Das Umweltbundesamt beschreibt Nester der Gemeinen Wespe eher als bräunlich, die der Deutschen Wespe eher als grau.
Hornissen verwenden ebenfalls Holzfasern
Auch Hornissennester bestehen aus einer papierartigen Masse aus zerkauten Pflanzen- beziehungsweise Holzfasern.
Als natürliche Nistplätze eignen sich beispielsweise Baumhöhlen. Da solche Höhlen vielerorts fehlen, nutzen Hornissen auch Nistkästen, Schuppen, Dachbereiche oder andere geschützte Hohlräume.
Was passiert mit den Völkern im Winter?
Hier unterscheiden sich Honigbienen besonders deutlich von Wespen und Hornissen.
Honigbienen überwintern gemeinsam
Ein Honigbienenvolk überlebt den Winter als Gemeinschaft.
Die Tiere bilden bei Kälte eine sogenannte Wintertraube. Durch Muskelaktivität können sie Wärme erzeugen und zehren dabei von ihren eingelagerten Honigvorräten.
Die Königin und ein Teil der Arbeiterinnen überleben dadurch bis zum folgenden Frühjahr.
Wespenstaaten sterben im Herbst ab
Bei Gemeiner und Deutscher Wespe ist der Staat dagegen einjährig.
Im Herbst sterben die alte Königin, die Arbeiterinnen und die Männchen. Nur begattete junge Königinnen überwintern an geschützten Orten.
Im nächsten Frühjahr gründet jede überlebende Jungkönigin einen neuen Staat.
Auch Hornissenvölker sind einjährig
Bei der heimischen Hornisse funktioniert es grundsätzlich ähnlich.
Der alte Hornissenstaat stirbt am Ende der Saison ab. Junge begattete Königinnen überwintern und beginnen im folgenden Jahr mit einem neuen Nest.
Das alte Nest wird nicht einfach im nächsten Frühjahr vom selben Volk weiterbewohnt.
Können Bienen, Wespen und Hornissen stechen?
Ja – die weiblichen Tiere der hier betrachteten Arten können stechen.
Der Stachel der Hautflügler ist evolutionär aus einem Eiablageapparat hervorgegangen. Deshalb besitzen die Männchen keinen entsprechenden Wehrstachel.
Bei staatenbildenden Bienen, Wespen und Hornissen sind die Arbeiterinnen weiblich. Deshalb sind es normalerweise die Arbeiterinnen, die einen Menschen stechen.
Warum stirbt eine Honigbiene nach dem Stich?
Die Arbeiterinnen der Honigbiene besitzen einen Stachel mit Widerhaken.
Beim Stich in die elastische menschliche Haut kann der Stachel dadurch hängen bleiben.
Fliegt die Biene anschließend davon, kann der gesamte Stachelapparat aus ihrem Hinterleib gerissen werden. Die Biene wird dabei schwer verletzt und stirbt später.
Daher stammt die bekannte Aussage:
„Eine Biene kann nur einmal stechen.“
Für die Arbeiterin der Honigbiene beim Stich in menschliche Haut ist das als Faustregel richtig.
Als allgemeine Aussage über sämtliche Bienenarten wäre es dagegen falsch.
Können Wespen mehrfach stechen?
Ja. Gemeine und Deutsche Wespe können ihren Stachel normalerweise wieder aus der menschlichen Haut herausziehen.
Sie können deshalb grundsätzlich mehrfach stechen.
Das bedeutet jedoch nicht, dass eine Wespe jeden Menschen mehrfach stechen möchte. Stiche sind vor allem eine Verteidigungsreaktion.
Können Hornissen mehrfach stechen?
Auch Hornissen können mehrfach stechen.
Wie bei anderen Wespen bleibt ihr Stachel normalerweise nicht in der Haut stecken.
Außerhalb des unmittelbaren Nestbereichs sind heimische Hornissen aber normalerweise wenig angriffslustig.
Was ist gefährlicher: Biene, Wespe oder Hornisse?
Eine einfache Rangliste wäre irreführend.
Für einen Menschen ohne entsprechende Allergie ist ein einzelner Stich einer Honigbiene, einer typischen Wespe oder einer heimischen Hornisse normalerweise schmerzhaft, aber nicht lebensbedrohlich.
Wesentlich wichtiger sind:
- eine mögliche Insektengiftallergie,
- die Zahl der Stiche,
- die Stichstelle
- und der Gesundheitszustand der betroffenen Person.
Besonders gefährlich können Stiche im Mund- oder Rachenraum sein. Eine starke Schwellung kann dort auch bei Menschen ohne bekannte Allergie die Atemwege beeinträchtigen.
Notfall: Atemnot, Schwellungen von Zunge oder Rachen, schwere Kreislaufprobleme oder Bewusstlosigkeit nach einem Insektenstich können Zeichen einer schweren allergischen Reaktion sein und erfordern sofort medizinische Hilfe.
Ist ein Hornissenstich gefährlicher als ein Wespenstich?
Nein, ein Stich der heimischen Hornisse ist nicht grundsätzlich gefährlicher als ein Bienen- oder Wespenstich.
Der Hornissenstich kann wegen der Größe des Tieres und des längeren Stachels als besonders schmerzhaft wahrgenommen werden.
Der alte Mythos, bereits wenige Hornissenstiche könnten zwangsläufig einen Menschen töten, ist jedoch falsch.
Wie bei Bienen- und Wespenstichen besteht das größte individuelle Risiko bei Menschen mit einer entsprechenden Giftallergie.
Sind Hornissen aggressiver als Wespen?
Normalerweise nicht.
Die heimische Hornisse gilt außerhalb ihres Nestbereichs als vergleichsweise friedlich.
Sie interessiert sich normalerweise weder für Kuchen noch für süße Getränke und hat daher weniger Anlass, Menschen am Esstisch nahe zu kommen.
Anders sieht es unmittelbar am Nest aus.
Hornissen verteidigen ihre Brut und ihren Staat. Wer sich einem Nest stark nähert, es erschüttert oder den Flugverkehr blockiert, kann als Bedrohung wahrgenommen werden.
Das Umweltbundesamt empfiehlt zu Wespen- und Hornissennestern deshalb einen Abstand von mindestens etwa zwei Metern.
Warum wirken Wespen manchmal aggressiv?
Besonders im Spätsommer können Gemeine und Deutsche Wespen ausgesprochen hartnäckig an Lebensmitteln auftauchen.
Das wird leicht als aggressives Verhalten interpretiert.
In vielen Fällen sucht das Tier jedoch schlicht Nahrung.
Problematisch wird die Situation vor allem, wenn Menschen hektisch schlagen, nach der Wespe greifen oder sie versehentlich einklemmen.
Dann kann die Wespe eine Bedrohung wahrnehmen und stechen.
Warum sollte man Wespen nicht anpusten?
Eine Wespe mit kräftigem Pusten vom Kuchen vertreiben zu wollen, ist keine gute Idee.
Das Umweltbundesamt weist darauf hin, dass das ausgeatmete Kohlendioxid als Alarmsignal wirken kann.
Besser ist es, ruhig zu bleiben und Lebensmittel abzudecken.
Besonders wichtig sind offene Getränke. Vor allem aus Dosen oder dunklen Flaschen kann eine Wespe unbemerkt mitgetrunken beziehungsweise verschluckt werden.
Ein Stich im Mund- oder Rachenraum ist wesentlich problematischer als ein gewöhnlicher Stich am Arm.
Was tun, wenn eine Wespe am Tisch sitzt?
Die sinnvollsten Maßnahmen sind erstaunlich unspektakulär:
- ruhig bleiben,
- nicht nach dem Tier schlagen,
- Getränke und Lebensmittel möglichst abdecken,
- vor dem Trinken in Glas, Flasche oder Dose schauen,
- Kindern beim Essen und Trinken besondere Aufmerksamkeit schenken
- und die Wespe nicht anpusten.
Wespenfallen sind dagegen problematisch, weil darin auch andere Insekten und teilweise geschützte beziehungsweise nützliche Arten sterben können.
Sind Wespen eigentlich nützlich?
Ja – sehr sogar.
Das Bild der nutzlosen Wespe, die lediglich Kuchen stiehlt und Menschen sticht, ist biologisch falsch.
Wespen erfüllen mehrere wichtige Funktionen im Ökosystem.
Viele Arten besuchen Blüten und tragen dadurch zur Bestäubung bei.
Gleichzeitig sind zahlreiche Wespen effektive Jäger. Sie erbeuten andere Insekten und Spinnentiere als Nahrung für ihre Larven.
Dadurch helfen sie, Populationen anderer Tiere zu regulieren.
Andere Wespenarten leben parasitisch beziehungsweise parasitoid und spielen ebenfalls eine wichtige ökologische Rolle.
Sind Bienen die besseren Bestäuber?
Bienen sind besonders stark an die Nutzung von Blüten angepasst und gehören weltweit zu den wichtigsten Bestäubern.
Das bedeutet jedoch nicht, dass ausschließlich Bienen Pflanzen bestäuben.
Auch Wespen, Schwebfliegen, Schmetterlinge, Käfer und zahlreiche andere Tiere transportieren Pollen.
Die Aussage „Bienen sind nützlich, Wespen nicht“ ist deshalb eindeutig falsch.
Was ist die Asiatische Hornisse?
Neben der heimischen Hornisse spielt in Deutschland inzwischen eine zweite Art eine immer größere Rolle: die Asiatische Hornisse (Vespa velutina nigrithorax).
Sie stammt ursprünglich aus Südostasien und wurde nach Europa eingeschleppt.
In Deutschland wurde sie erstmals 2014 nachgewiesen. Inzwischen gilt sie hier als etabliert.
Sie ist etwas kleiner und deutlich dunkler als die heimische Hornisse. Auffällig sind:
- eine überwiegend dunkelbraune bis schwarze Brust,
- ein dunkler Hinterleib mit gelb-orangefarbenen Bereichen,
- ein gelbliches Gesicht
- und besonders die gelben Beinenden.
Daher wird sie auch als Asiatische Gelbfuß-Hornisse bezeichnet.
Warum ist die Asiatische Hornisse problematisch?
Die Asiatische Hornisse ist vor allem aus ökologischen Gründen und für die Imkerei relevant.
Sie jagt zahlreiche Insekten. Honigbienen können einen großen Anteil ihrer Beute ausmachen.
Dadurch kann sie Bienenvölker erheblich unter Druck setzen.
Als invasive Art steht sie auf der Unionsliste invasiver gebietsfremder Arten.
Seit 2025 wird sie in Deutschland nicht mehr als neu auftretende Art im Rahmen der Früherkennung behandelt, sondern aufgrund ihrer Etablierung über Managementmaßnahmen adressiert.
Ist die Asiatische Hornisse eine „Killerhornisse“?
Nein. Dieser Begriff ist irreführend und sollte nicht verwendet werden.
Die Asiatische Hornisse Vespa velutina darf außerdem nicht mit der deutlich größeren Asiatischen Riesenhornisse (Vespa mandarinia) verwechselt werden.
Es handelt sich um unterschiedliche Arten.
Die besondere Relevanz von Vespa velutina in Europa liegt vor allem in ihrer invasiven Ausbreitung und ihren Auswirkungen auf andere Insekten und die Imkerei – nicht darin, dass sie Menschen systematisch angreifen würde.
Sind Bienen, Wespen und Hornissen geschützt?
In Deutschland dürfen wildlebende Tiere nicht grundlos gefangen, verletzt oder getötet und ihre Lebensstätten nicht ohne vernünftigen Grund zerstört werden.
Das gilt grundsätzlich auch für Wespen.
Einige Arten genießen darüber hinaus einen besonderen Artenschutz.
Dazu gehört die heimische Hornisse Vespa crabro. Sie ist nach der Bundesartenschutzverordnung besonders geschützt.
Ein Hornissennest darf deshalb nicht einfach eigenmächtig zerstört werden.
Wenn ein Nest tatsächlich eine Gefahr darstellt – beispielsweise wegen seiner Lage unmittelbar an einem sensiblen Bereich – sollte die Situation von einer fachkundigen Person beziehungsweise der zuständigen Stelle beurteilt werden.
Auch bei gewöhnlichen Wespen ist eine grundlose Tötung oder Nestzerstörung nicht zulässig.
Benutzen Bienen, Wespen und Hornissen ein altes Nest erneut?
Bei Honigbienen kann eine geeignete Behausung über lange Zeit genutzt werden, solange das Volk dort lebt.
Bei den hier betrachteten sozialen Wespen und Hornissen ist das anders.
Der Staat stirbt im Herbst ab. Die Jungkönigin baut im folgenden Frühjahr ein neues Nest.
Ein altes verlassenes Wespennest wird normalerweise nicht einfach im nächsten Jahr vom gleichen Staat weitergenutzt.
Allerdings kann ein geeigneter Hohlraum in einem späteren Jahr erneut von einer neuen Königin gewählt werden.
Die größten Irrtümer über Bienen, Wespen und Hornissen
„Hornissen sind keine Wespen“
Falsch. Hornissen gehören biologisch zu den Wespen.
„Hornissen sind viel giftiger als Wespen“
So pauschal falsch. Ein Stich der heimischen Hornisse ist für Menschen ohne entsprechende Allergie nicht grundsätzlich gefährlicher als ein Bienen- oder Wespenstich.
„Alle Wespen wollen meinen Kuchen“
Falsch. Von den rund 700 in Deutschland vorkommenden Wespenarten sind insbesondere Gemeine und Deutsche Wespe als typische Besucher unserer Speisen bekannt.
„Wespen sind nutzlos“
Falsch. Wespen bestäuben Pflanzen und erbeuten zahlreiche andere Insekten und Spinnentiere.
„Bienen können immer nur einmal stechen“
Zu allgemein. Bei einer Arbeiterin der Honigbiene bleibt der mit Widerhaken versehene Stachel häufig in menschlicher Haut stecken. Diese Besonderheit lässt sich aber nicht auf sämtliche Bienenarten übertragen.
„Hornissen greifen Menschen an“
Außerhalb ihres Nestbereichs sind heimische Hornissen normalerweise wenig angriffslustig. Stiche treten vor allem als Verteidigungsreaktion auf.
Häufige Fragen zu Bienen, Wespen und Hornissen
Was ist der einfachste Unterschied zwischen Biene, Wespe und Hornisse?
Honigbienen wirken meist bräunlicher, gedrungener und behaarter. Gemeine und Deutsche Wespen sind schlanker und auffällig gelb-schwarz. Heimische Hornissen sind deutlich größer und besitzen zusätzlich rötlich-braune Körperbereiche.
Ist eine Hornisse eine Wespe?
Ja. Die heimische Hornisse Vespa crabro gehört zur Familie der Faltenwespen. Jede Hornisse ist damit eine Wespe, aber nicht jede Wespe ist eine Hornisse.
Welche Wespen kommen an Kuchen und Limonade?
In Deutschland sind dafür insbesondere die Gemeine Wespe und die Deutsche Wespe bekannt. Die große Mehrheit der rund 700 heimischen Wespenarten interessiert sich nicht für unsere Süßspeisen.
Sind Hornissen gefährlicher als Wespen?
Nein. Ein Stich der heimischen Hornisse ist für einen Menschen ohne Insektengiftallergie nicht grundsätzlich gefährlicher als ein Bienen- oder Wespenstich. Er kann allerdings sehr schmerzhaft sein.
Welche können mehrfach stechen?
Wespen und Hornissen können normalerweise mehrfach stechen. Bei Honigbienen-Arbeiterinnen bleibt der mit Widerhaken versehene Stachel nach einem Stich in die menschliche Haut häufig stecken, wodurch das Tier tödlich verletzt wird.
Sind Hornissen aggressiv?
Heimische Hornissen sind außerhalb ihres Nestbereichs normalerweise wenig aggressiv. In unmittelbarer Nestnähe können sie ihren Staat allerdings verteidigen.
Warum soll man Wespen nicht anpusten?
Das Kohlendioxid in der ausgeatmeten Luft kann von Wespen als Alarmsignal wahrgenommen werden. Ruhiges Verhalten ist deshalb sinnvoller als Anpusten oder hektisches Schlagen.
Was fressen Hornissen?
Erwachsene heimische Hornissen ernähren sich vor allem von zuckerreichen Pflanzensäften und Fallobst. Für ihre Larven erbeuten die Arbeiterinnen zahlreiche Insekten, darunter Fliegen, Wespen, Bienen, Käfer und Raupen.
Überleben Wespen den Winter?
Der Wespenstaat selbst normalerweise nicht. Bei Gemeiner und Deutscher Wespe sterben Arbeiterinnen, Männchen und alte Königin im Herbst. Begattete Jungköniginnen überwintern und gründen im nächsten Jahr neue Völker.
Überleben Hornissen den Winter?
Auch der Hornissenstaat stirbt am Ende der Saison ab. Nur begattete Jungköniginnen überwintern und gründen im nächsten Frühjahr einen neuen Staat.
Überleben Honigbienen den Winter?
Ja. Honigbienen überwintern als Volk. Sie bilden eine Wintertraube, erzeugen durch Muskelarbeit Wärme und nutzen ihre eingelagerten Nahrungsvorräte.
Fazit: Biene, Wespe und Hornisse unterscheiden sich stärker, als es zunächst aussieht
Honigbienen, typische Wespen und Hornissen lassen sich nicht nur an Größe und Farbe unterscheiden. Sie verfolgen teilweise völlig unterschiedliche Ernährungs- und Lebensstrategien.
Honigbienen sind stark auf Blütenressourcen spezialisiert und bauen ihre Waben aus Wachs. Ihr Volk überwintert gemeinsam.
Die Gemeine und Deutsche Wespe bauen papierartige Nester, jagen tierische Nahrung für ihre Larven und gehören zu den wenigen Wespenarten, die regelmäßig Interesse an unserem Kuchen, Fleisch oder unserer Limonade zeigen.
Die heimische Hornisse ist wiederum selbst eine Wespe. Sie ist wesentlich größer, jagt zahlreiche Insekten und interessiert sich normalerweise kaum für unsere Süßigkeiten. Trotz ihres einschüchternden Aussehens ist sie nicht grundsätzlich aggressiver oder gefährlicher als andere Wespen.
Der wichtigste Unterschied lässt sich deshalb nicht auf „klein, mittel, groß“ reduzieren:
Bienen, Wespen und Hornissen unterscheiden sich in Körperbau, Nahrung, Nestbau, Lebenszyklus und Verhalten – und alle drei erfüllen wichtige Funktionen in der Natur.
Quellen
- Umweltbundesamt: Wespen und Hornissen, aktualisiert am 9. Juli 2026
- Umweltbundesamt: Asiatische Hornisse, aktualisiert am 7. Juli 2026
- Umweltbundesamt: Insektenschutz im Garten – Wespenfallen






