Kurze Antwort
Ja, Feuer beziehungsweise eine sichtbare Verbrennung kann unter Wasser stattfinden – aber nicht als gewöhnliche Kerzenflamme, die frei vom umgebenden Wasser lebt. Eine chemische Verbrennung braucht einen Brennstoff, ein Oxidationsmittel, genügend Wärme und eine fortlaufende Reaktion. Unter Wasser muss das Oxidationsmittel mitgeführt, chemisch freigesetzt oder direkt aus dem Wasser gewonnen werden. Häufig brennt die Flamme zudem in einer Gas- oder Dampfblase, sodass Wasser sie nicht unmittelbar berührt. Ein Lichtbogen beim Unterwasserschweißen und glühende Lava sehen zwar feurig aus, sind aber keine gewöhnlichen Flammen.
Was bedeutet „Feuer“ überhaupt?
Im Alltag meinen wir mit Feuer meist eine sichtbare Flamme: Holz, Kerzenwachs oder Gas reagiert mit Sauerstoff aus der Luft, gibt Wärme ab und erzeugt leuchtende Reaktionszonen. Naturwissenschaftlich ist der umfassendere Begriff die Verbrennung. Das US-Energieministerium beschreibt sie in Anlehnung an die Brandschutzdefinition als eine schnelle Oxidation, die Wärme und meistens Licht in Form einer Flamme oder eines Glühens erzeugt.
Für eine anhaltende Verbrennung werden häufig vier Voraussetzungen im sogenannten Feuertetraeder zusammengefasst:
- Brennstoff: ein Stoff, der oxidiert werden kann, beispielsweise ein Gas, ein Metall oder ein organischer Stoff.
- Oxidationsmittel: meistens Sauerstoff, aber nicht zwingend Sauerstoff aus der Umgebungsluft.
- Ausreichende Wärme: Die Reaktion muss ihre Zündtemperatur erreichen und mehr Wärme erzeugen, als sofort verloren geht.
- Fortlaufende Reaktionskette: Die chemischen Prozesse müssen sich selbst erhalten können.
Diese Definition erklärt die scheinbare Unmöglichkeit. Wasser nimmt weder automatisch den Brennstoff noch jedes mögliche Oxidationsmittel weg. Es macht die Bedingungen nur sehr viel schwieriger: Es kühlt stark, verhindert den unmittelbaren Kontakt mit Luft und kann entstehende Gase auseinanderreißen. Wenn eine Reaktion diese Hindernisse überwindet, kann sie auch in einer wasserreichen Umgebung weiterlaufen.
Warum löscht Wasser gewöhnliches Feuer?
Wasser wirkt bei vielen Alltagsbränden vor allem als Kühlmittel. Es kann viel Wärme aufnehmen, bevor es sich stark erwärmt. Beim Verdampfen benötigt es zusätzlich erhebliche Energie. Sinkt die Temperatur des Brennstoffs unter den Bereich, in dem genügend brennbares Gas entsteht oder die Reaktion sich selbst erhält, erlischt das Feuer.
Wasserdampf kann außerdem die Luft in unmittelbarer Nähe der Flamme verdünnen und damit die Sauerstoffzufuhr erschweren. Ein kompakter Wasserstrahl kann brennendes Material benetzen oder eine kleine Flamme mechanisch stören. Untergetaucht fehlt einer gewöhnlichen Kerze der direkte Zugang zur Luft vollständig. Das Wasser kühlt Docht und Wachs, während die vorhandene kleine Gasmenge rasch verbraucht wird. Deshalb brennt eine normale Kerze nicht einfach auf dem Beckenboden weiter.
„Wasser löscht Feuer“ ist dennoch keine universelle Stoffregel. Bei brennendem Fett kann ein Wasserstoß das schlagartig verdampfende Wasser mit brennendem Fett in die Umgebung schleudern. Bestimmte reaktive Metalle können Wasser chemisch umsetzen und dabei Wärme sowie brennbaren Wasserstoff bilden. Bei elektrischen Anlagen kommen zusätzliche Stromgefahren hinzu. Die richtige Löschmethode hängt daher immer vom Brennstoff und von der Situation ab.
Wie kann eine Flamme unter Wasser bestehen?
Eine Flamme ist eine gasförmige Reaktionszone. Selbst wenn das gesamte Geschehen von Wasser umgeben ist, brennt sie deshalb typischerweise nicht „im flüssigen Wasser“ auf molekularer Ebene. Brennstoff und Oxidationsmittel treffen in einer Gas- oder Dampfzone aufeinander. Diese Zone kann sehr klein sein und ständig neu entstehen.
Ein technischer Brenner kann beispielsweise Brenngas und Sauerstoff getrennt zuführen. An seiner Austrittsstelle bildet sich eine Gasblase, in der die Stoffe reagieren. Die heißen Gase und der entstehende Wasserdampf halten das flüssige Wasser kurzfristig zurück. Solange Gasnachschub, Mischungsverhältnis und Temperatur passen, bleibt eine Reaktionszone bestehen. Das umgebende Wasser führt allerdings sehr schnell Wärme ab und verformt die Blase. Eine Unterwasserflamme verhält sich daher anders als dieselbe Flamme in Luft.
Entscheidend ist das mitgeführte Oxidationsmittel. Ein Brenngas allein genügt unter Wasser nicht, denn gelöster Sauerstoff im Wasser steht nicht annähernd so leicht und in derselben Menge zur Verfügung wie gasförmiger Sauerstoff. Bei speziellen technischen Verfahren gelangen Brennstoff und Sauerstoff gezielt gemeinsam an die Reaktionsstelle. Solche Systeme gehören in professionelle Hände: Sauerstoff, Brenngase, Druckbehälter und Zündquellen können Brände, Explosionen und schwere Verletzungen verursachen.
Der Sauerstoff in der chemischen Formel H2O ist ebenfalls nicht mit frei verfügbarem Sauerstoffgas zu verwechseln. Die Atome sind fest in Wassermolekülen gebunden. Um Wasser zu zerlegen, muss zunächst Energie aufgebracht oder eine geeignete reaktive Substanz eingesetzt werden. Auch Fische nutzen nicht den gebundenen Sauerstoff des Wassermoleküls, sondern gelöstes O2, das über die Kiemen aufgenommen wird. Eine Flamme kann aus diesem vergleichsweise kleinen Vorrat normalerweise keinen ausreichenden Nachschub beziehen.
Bedeutet Oxidation immer Sauerstoff aus der Luft?
Nein. Im chemischen Sinn bezeichnet Oxidation die Abgabe von Elektronen; sie ist immer mit einer Reduktion eines anderen Reaktionspartners gekoppelt. Bei vielen sichtbaren Feuern nimmt molekularer Sauerstoff aus der Luft die Elektronen auf. Es gibt jedoch Stoffe, die Sauerstoff oder andere stark oxidierende Bestandteile in gebundener Form mitbringen und bei einer Reaktion verfügbar machen.
Pyrotechnische und technische Reaktionsgemische können Brennstoff und Oxidationsmittel bereits eng nebeneinander enthalten. Sie sind dann weniger auf den Sauerstoff der Umgebung angewiesen. Manche Reaktionen erzeugen so viel Wärme, dass Wasser sie nicht schnell genug unter die nötige Temperatur kühlt. Das bedeutet nicht, dass jedes Feuerwerks- oder Metallgemisch unter Wasser funktioniert. Zusammensetzung, Teilchengröße, Einschluss, Druck und Wärmeverlust entscheiden. Selbstversuche wären wegen unvorhersehbarer Reaktionsgeschwindigkeit, Druckwellen und heißer Teilchen gefährlich.
Ein bekanntes Prinzip ist eine stark exotherme Metalloxidreaktion, bei der ein Metall ein anderes Metalloxid reduziert. Umgangssprachlich wird das oft als „Thermit brennt ohne Sauerstoff“ beschrieben. Präziser ist: Das benötigte Oxidationsmittel steckt bereits im Metalloxid. Das System ist also nicht oxidationsmittelfrei, sondern von Luftsauerstoff weitgehend unabhängig. Das Reaktionsprodukt kann extrem heiß und teilweise flüssig sein.
Können Metalle unter Wasser brennen?
Einige Metalle können unter bestimmten Bedingungen sehr heftig reagieren. Dabei kommt es stark auf Form und Temperatur an. Ein massiver Metallblock verhält sich anders als Späne, dünnes Band oder feines Pulver. Kleinere Teilchen besitzen im Verhältnis zu ihrer Masse eine größere Oberfläche, reagieren schneller und können leichter zünden.
Magnesium ist ein häufig genanntes Beispiel. Brennendes oder fein verteiltes Magnesium kann Wasser chemisch umsetzen. Dabei können Magnesiumoxid und Wasserstoff entstehen; unter anderen Bedingungen sind weitere Produkte möglich. Der freigesetzte Wasserstoff kann ebenfalls brennen. Ein NIOSH-Bericht warnt ausdrücklich, dass Wasser die Intensität eines Magnesiumbrandes steigern kann und dafür geeignete trockene Löschmittel der Brandklasse D erforderlich sind.
Daraus darf man nicht schließen, dass ein beliebiges Stück Magnesium im Aquarium sofort spektakulär brennt. Eine schützende Oxidschicht, große kompakte Form und niedrige Temperatur hemmen die Reaktion. Ist Magnesium jedoch bereits entzündet, stark erhitzt oder fein verteilt, verändert sich die Gefahrenlage grundlegend.
Auch Alkalimetalle wie Natrium reagieren mit Wasser und bilden dabei Wasserstoff sowie eine stark alkalische Lösung. Die Reaktionswärme kann den Wasserstoff entzünden. Hier liegt die Flamme häufig an oder über der Grenzfläche, wo Gas und Luft zusammentreffen; das Gesamtgeschehen wird trotzdem durch die Reaktion mit Wasser angetrieben. Solche Stoffe dürfen niemals für private Unterwasserexperimente verwendet werden.
Ist Unterwasserschweißen Feuer?
Beim Unterwasserschweißen sieht man ein sehr helles, flackerndes Leuchten, Funken und glühendes Metall. Das wirkt wie Feuer, technisch steht aber ein elektrischer Lichtbogen im Mittelpunkt. Strom fließt von der Elektrode über einen ionisierten Bereich zum Werkstück. Der Lichtbogen erzeugt so hohe Temperaturen, dass Metall schmilzt und die Schweißverbindung entsteht.
Beim nassen Unterwasserschweißen verdampft die Lichtbogenwärme einen Teil des umgebenden Wassers. Nach Angaben des britischen Schweißforschungsinstituts TWI bildet sich dadurch eine Dampf- und Gasblase um den Lichtbogen. Sie ermöglicht, dass der elektrische Prozess kurzfristig nicht unmittelbar im flüssigen Wasser stattfindet. Gasbildende Reaktionen des Elektrodenmaterials tragen ebenfalls zur Umgebung des Lichtbogens bei.
Das ist ein anschauliches Beispiel für die Grenzfläche: Von außen sieht es so aus, als brenne etwas mitten im Wasser. Tatsächlich befindet sich der Lichtbogen in einer dynamischen Gasblase. Wasser kühlt das Schmelzbad und die Naht sehr schnell ab, was Materialfehler begünstigen kann. Wasserstoff kann in das Metall gelangen und Risse fördern. Hinzu kommen Strom-, Druck-, Sicht- und Tauchrisiken.
Es gibt deshalb zwei Grundformen. Beim nassen Schweißen arbeiten speziell ausgebildete Schweißtaucher direkt im Wasser mit dafür konstruierten Elektroden und Sicherheitsverfahren. Beim trockenen beziehungsweise hyperbaren Schweißen wird um die Arbeitsstelle eine Kammer angebracht und das Wasser mit Gas verdrängt. Das zweite Verfahren schafft kontrolliertere Bedingungen, ist aber technisch aufwendig. Keines davon ist mit einem normalen Schweißgerät und Tauchausrüstung sicher nachzuahmen.
Was passiert beim Unterwasserschneiden?
Auch beim Schneiden unter Wasser können helle Reaktionszonen, Funken und glühende Metallteilchen auftreten. Je nach Verfahren liefert ein elektrischer Lichtbogen die Wärme, während ein Sauerstoffstrom das erhitzte Metall oxidiert und Reaktionsprodukte aus der Schnittfuge treibt. Andere Systeme nutzen spezielle exotherme Elektroden, in denen Materialien und Oxidationsbedingungen aufeinander abgestimmt sind.
Der wichtige Punkt lautet erneut: Wasser wird lokal durch Gas, Dampf und Reaktionsprodukte zurückgedrängt, und Energie sowie Oxidationsmittel werden gezielt zugeführt. Das Wasser verschwindet nicht, sondern kühlt die Umgebung und beeinflusst den Prozess. Entstehende Gase können sich sammeln; schlechte Sicht erschwert die Kontrolle. Deshalb sind Planung, Ausbildung, Oberflächenmannschaft und geeignete Ausrüstung unverzichtbar.
Brennen Unterwasservulkane?
Fotos von submarinen Eruptionen zeigen orange glühende Lava und werden gern als „Feuer unter Wasser“ bezeichnet. Geologisch findet dort enorme Hitze statt, aber glühende Lava ist nicht automatisch eine Flamme. Magma ist geschmolzenes oder teilweise geschmolzenes Gestein. An der Oberfläche des Meeresbodens wird es Lava genannt. Sein Leuchten entsteht hauptsächlich durch die hohe Temperatur.
Nach Angaben der US-Meeresbehörde NOAA findet ein großer Teil der vulkanischen Aktivität der Erde unter Wasser statt, besonders an Spreizungszonen der Ozeanplatten. Heiße basaltische Lava trifft dort auf kaltes Meerwasser. Ihre Oberfläche kühlt schnell ab und erstarrt zu einer Kruste, während innen weiter heißes Material nachströmt. So können rundliche Strukturen entstehen, die als Kissenlava bekannt sind.
Unter hohem Wasserdruck verhalten sich Gase anders als an Land. Tiefe Eruptionen können dadurch weniger sichtbar explosiv sein; trotzdem bleiben sie gefährlich und können Gase, Bruchstücke, Hitze und trübe Wasserwolken erzeugen. Das rote oder orange Leuchten ist also thermische Strahlung heißen Gesteins, nicht der Beweis für eine mit Luftsauerstoff gespeiste Flamme.
Sind Schwarze Raucher Unterwasserfeuer?
Schwarze Raucher sind Hydrothermalquellen am Meeresboden. Meerwasser dringt durch Risse in die Erdkruste, wird in der Nähe heißen Gesteins erwärmt, reagiert mit Mineralen und tritt wieder aus. Beim Kontakt mit kaltem Meerwasser fallen gelöste Stoffe als feine Mineralpartikel aus. Diese Partikel lassen die austretende Wolke wie schwarzen Rauch aussehen.
Es handelt sich weder um Rauch aus einer Flamme noch um brennendes Wasser. Die Quellen sind heiß und chemisch aktiv, aber die sichtbare dunkle Wolke entsteht durch ausgefällte Mineralstoffe. Mikroorganismen können dort chemische Energie nutzen; darauf beruhen ganze Ökosysteme ohne Sonnenlicht. Der Ausdruck „Raucher“ beschreibt daher das Aussehen, nicht eine Verbrennung.
Kann Gas direkt unter Wasser brennen?
Ein brennbares Gas, das aus dem Boden oder einer Leitung austritt, bildet Blasen. Innerhalb einer Blase kann sich Brenngas befinden, doch für eine Flamme braucht es zusätzlich ein Oxidationsmittel im passenden Verhältnis. Eine reine Methanblase im Wasser entzündet sich nicht einfach selbst. Steigt sie an die Oberfläche, kann das Gas dort mit Luft gemischt eine brennbare Atmosphäre bilden.
In speziell aufgebauten Demonstrationen werden Brenngas und Sauerstoff so zugeführt, dass eine Flamme in einer stabilisierten Gaszone unter Wasser entsteht. Das ist etwas anderes als ein natürliches Methanleck. Brennbare Gase können sich außerdem unter Decken, in Hohlräumen, Schiffsrümpfen oder Anlagen sammeln. Dort kann eine Zündquelle eine Explosion auslösen, obwohl das umgebende Bauteil unter Wasser liegt. „Unter Wasser“ sagt also noch nicht, dass kein gefährliches Gas-Luft-Gemisch existieren kann.
Kann Wasser selbst brennen?
Unter normalen Bedingungen nein. Wasser ist bereits das stabile Reaktionsprodukt von Wasserstoff mit Sauerstoff. Um es wieder in Wasserstoff und Sauerstoff zu zerlegen, muss Energie zugeführt werden, beispielsweise bei der Elektrolyse. Wenn der gewonnene Wasserstoff später verbrennt, wird Energie frei und es entsteht erneut Wasser. Man verbrennt dann Wasserstoff, nicht das Wasser selbst.
Videos, in denen eine Wasseroberfläche scheinbar brennt, zeigen deshalb meist etwas anderes: einen brennbaren Stoff auf dem Wasser, austretendes Gas oder eine chemische Reaktion, die brennbares Gas erzeugt. Öl und viele Kraftstoffe schwimmen auf Wasser. Ihre Dämpfe können oberhalb der Oberfläche brennen, während die Flüssigkeit darunter weiterhin Wasser enthält. Die sichtbare Flamme beweist nicht, dass H2O zum Brennstoff geworden ist.
Warum ist eine Flamme in einer Blase nicht sofort aus?
Das umgebende Wasser hat zwar eine starke Kühlwirkung, berührt die heiße Reaktionszone aber nicht vollständig. Heiße Gase und Wasserdampf bilden eine Grenzschicht. Gleichzeitig erzeugt die Reaktion laufend neue Wärme. Solange die Wärmeproduktion größer als der lokale Wärmeverlust ist und die nötigen Stoffe nachströmen, kann die Zone bestehen.
Die Blase ist dynamisch: Gase entstehen, dehnen sich aus, steigen auf und werden durch Wasserströmung verformt. Druck spielt ebenfalls eine Rolle. Mit zunehmender Tiefe steigt der Umgebungsdruck, Gasblasen werden kleiner und Stoffeigenschaften verändern sich. Ein Verfahren, das nahe der Oberfläche funktioniert, lässt sich daher nicht ohne Weiteres in große Tiefe übertragen.
Wird die Zufuhr unterbrochen oder die Reaktionszone zu stark gekühlt, bricht sie zusammen. Das ist derselbe Grundgedanke wie bei einer Flamme an Land, nur sind die Randbedingungen unter Wasser wesentlich anspruchsvoller.
Auch das Lichtbild kann sich verändern. Wasser absorbiert und streut Licht je nach Wellenlänge unterschiedlich, Partikel trüben die Sicht, und Luftblasen spiegeln die helle Reaktionszone. Eine Aufnahme kann deshalb größer, flackernder oder „magischer“ wirken, als die eigentliche Reaktionszone ist. Für die wissenschaftliche Einordnung reicht das Aussehen allein nicht aus.
Welche Bilder täuschen uns besonders leicht?
- Unterwasserschweißen: Das helle Licht stammt vor allem vom elektrischen Lichtbogen und glühendem Material, nicht von einem normalen Lagerfeuer.
- Lava: Sie leuchtet wegen ihrer hohen Temperatur. Glühen ist nicht dasselbe wie eine gasförmige Flamme.
- Schwarze Raucher: Die „Rauchwolke“ besteht aus mineralreichen Flüssigkeiten und ausgefällten Partikeln, nicht aus Verbrennungsrauch.
- Brennende Wasseroberfläche: Meist brennt ein Gas oder eine schwimmende Brennstoffschicht oberhalb des Wassers.
- Funken im Wasser: Glühende Teilchen können kurz sichtbar bleiben, ohne dass eine selbstständige Flamme im Wasser existiert.
Die saubere Unterscheidung zwischen Verbrennung, Lichtbogen, Glühen und heißer Flüssigkeit löst die meisten scheinbaren Widersprüche auf.
Warum sollte man das nicht selbst ausprobieren?
Unterwasserverbrennung verbindet mehrere schwer kontrollierbare Gefahren: extreme Temperaturen, Druckbehälter, Brenngase, reiner Sauerstoff, elektrischen Strom, Wasserstoffbildung, mögliche Explosionen und zerplatzende Behälter. Wasser macht eine heftige Reaktion nicht automatisch sicher. Es kann heißen Stoff schlagartig verdampfen, Material verteilen oder mit reaktiven Stoffen zusätzliche Gase bilden.
Auch ein kleines geschlossenes Gefäß kann durch erwärmtes oder neu gebildetes Gas gefährlichen Überdruck entwickeln. Reiner Sauerstoff lässt viele Materialien leichter und heftiger brennen als Luft. Beim Tauchen kommen eingeschränkte Beweglichkeit, schlechte Sicht und Atemgasrisiken hinzu. Professionelle Unterwasserarbeiten benötigen deshalb geprüfte Verfahren, speziell geeignete Ausrüstung, ausgebildete Schweißtaucher und eine Sicherungsmannschaft an der Oberfläche.
Für das Verständnis reichen ungefährliche Beobachtungen: Eine Kerze unter einem umgedrehten Glas erlischt, wenn Sauerstoff verbraucht und die Flamme gekühlt wird; solche Schulversuche sollten dennoch nur in geeigneter Umgebung und unter Aufsicht stattfinden. Reaktive Metalle, Gasgemische, Elektroden und geschlossene Behälter gehören nicht in private Versuche.
Häufige Fragen
Kann eine Kerze unter Wasser brennen?
Eine gewöhnliche Kerze kann vollständig untergetaucht nicht dauerhaft brennen. Docht und Wachs werden gekühlt und der Sauerstoff aus der Luft fehlt. Befindet sich die Flamme vorübergehend in einer eingeschlossenen Luftblase, brennt sie nur so lange weiter, wie Temperatur und Sauerstoffvorrat ausreichen.
Kann Feuer ohne Sauerstoff brennen?
Ohne irgendein Oxidationsmittel gibt es keine Verbrennung. Es muss aber nicht Sauerstoff aus der Luft sein. Ein chemisches Gemisch kann ein Oxidationsmittel enthalten, das Sauerstoff abgibt oder den Brennstoff auf andere Weise oxidiert.
Ist der Lichtbogen beim Unterwasserschweißen eine Flamme?
Nein. Der Lichtbogen ist ein elektrisch leitender, stark erhitzter Bereich. Er kann Reaktionen, Gase, Funken und glühendes Metall erzeugen, ähnelt optisch also Feuer. Das zentrale Phänomen ist jedoch eine elektrische Entladung in einer durch Dampf und Gase geschützten Zone.
Brennt Lava unter Wasser?
Lava kann unter Wasser glühen und sehr heiß sein, ist aber nicht automatisch eine Flamme. Das Wasser kühlt ihre Oberfläche rasch ab. Eine Kruste kann entstehen, während im Inneren weiterhin flüssige Lava fließt.
Kann man jedes Feuer mit Wasser löschen?
Nein. Bei Fettbränden, bestimmten Metallbränden und elektrischen Gefahren ist Wasser ungeeignet oder gefährlich. Im Notfall gelten die örtlichen Brandschutzhinweise; Menschenrettung, Abstand und Feuerwehr haben Vorrang vor eigenen Löschversuchen.
Gibt es natürliches Feuer am Meeresboden?
Es gibt Unterwasservulkane, heiße Hydrothermalquellen und brennbare Gase. Die oft als Feuer bezeichneten Bilder zeigen aber meist glühende Lava, heiße Fluide oder künstlich stabilisierte Reaktionen. Eine gewöhnliche Flamme mit Sauerstoff aus der Umgebungsluft ist am tiefen Meeresboden nicht zu erwarten.
Fazit
Feuer unter Wasser ist möglich, wenn Brennstoff, Oxidationsmittel, Wärme und Reaktionskette lokal zusammenkommen. Der Schlüssel ist meist eine Gas- oder Dampfblase oder ein Reaktionsgemisch, das sein Oxidationsmittel selbst mitführt. Wasser erschwert die Verbrennung durch starke Kühlung und fehlende Luftzufuhr, macht sie aber nicht chemisch unmöglich. Unterwasserschweißen ist hauptsächlich ein Lichtbogenprozess; Lava glüht, und Schwarze Raucher stoßen mineralreiche Flüssigkeit aus. Wer diese Phänomene auseinanderhält, erkennt: Unter Wasser kann es echte Verbrennung geben, doch vieles, was wie Feuer aussieht, ist physikalisch etwas anderes.
Quellen und weiterführende Informationen
- U.S. Department of Energy: Primer on Spontaneous Heating and Pyrophoricity, Grundprinzipien der Verbrennung und Oxidationsmittel.
- TWI: How is it that arc welding can be carried out in water?, Lichtbogen und Dampfblase beim nassen Unterwasserschweißen.
- TWI: What is Underwater Welding and How Does it Work?, Nass- und Trockenschweißen.
- NOAA Ocean Exploration: Do volcanic eruptions happen underwater?, submarine Vulkane.
- NOAA Ocean Exploration: Hydrothermal Vents and Volcanoes, Entstehung von Hydrothermalquellen.
- NIOSH Health Hazard Evaluation Report 86-231-1954, Gefahren von Magnesium und ungeeigneter Wasserlöschung.






